Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

UMZUG: Schall und Rauch in Grosswangen

Von diversen Wagen rieselte Stroh und Rauchschwaden zogen durch die Grosswanger Strassen. Doch keine Sorge: Nordkoreanische Soldaten und die «Creme de la Kreml» sorgten für militärische Sicherheit.
Hannes Bucher
Hauswarte sorgten mit ihren Rasenmähern für viel Rauch. (Bild: Nadia Schärli (Grosswangen, 11. Februar 2018))

Hauswarte sorgten mit ihren Rasenmähern für viel Rauch. (Bild: Nadia Schärli (Grosswangen, 11. Februar 2018))

Hannes Bucher

kanton@luzernerzeitung.ch

Es ist eine ausgelassene, recht wilde Angelegenheit – der Umzug der Säulizunft Grosswangen am Sonntagnachmittag. Fast zwei Stunden wühlt das Geschehen Grosswangen fasnächtlich zünftig auf. Da gibt’s unter den insgesamt 53 Nummern etwa die wilden Tannen-Reisig-Mannen, die durch die 10000 Zuschauer fegen, ab und zu eine Fasnächtlerin packen und in ihre Klauen nehmen. Brachial Durchzogenes auch sonst: So regnet es nicht nur Konfetti vom Himmel, es gesellt sich vielmehr da und dort eine Ladung Spreu und Stroh dazu – so etwa vom Wagen der Muggezunft Ettiswil. Dieser wurde zudem von Rasenmähern buchstäblich eingeräuchert.

Mehr aber dann doch nicht – denn da ist viel Militärpräsenz, die Schlimmeres verhindert, dank der wehrhaften «Möösler». Sie verkünden im Namen des nordkoreanischen Kim Jong-un: «Wotsch di als chline, decke Maa profiliere, muesch met grosse Ragete ufmarschiere.» Gesagt, getan, und schon streckt sich eine imposante Rakete Richtung Grosswanger Kirchenturm; die Szene ist von einer beeindruckend diszipliniert agierenden Soldatentruppe sekundiert. Wild gestikuliert und palavert der kleine politische Gernegross auf dem Wagen dazu. Eine grossartige Nummer.

Mehlwürmer und Glyphosat

Nicht genug damit – denn da donnern kurz darauf gewaltige Böllerschüsse aus der historischen Holzkanone der Muggezunft durchs Rottal. Und gleich nochmals Militärisches von den «Genossen»: So sorgen die «Privjet Shveytsariya (Priwiet Switzerie)», die Sicherheitskräfte für die Fussball-WM, inklusive Panzer und den «Creme de la Kreml»-Soldaten für die Fasnachtssicherheit in Grosswangen.

Dem «Insektenwahnsinn» der Wüschiswiler werden die vielen Soldaten trotzdem nicht Herr. Wer ob des Mehlwürmergewimmels noch nicht genug hat, bekommt von der Gruppe Oberdorf und Kolonie noch nachserviert: «Glyphosat dä Salat.» Mit feuchten Spritzenproben vom Umzugswagen angereichert. Doch den wackeren Kriegern der Vergangenheit aus Oberdorf-City vermögen Pestizide nichts anhaben. 16 Guuggenmusigen untermalen das farbige Treiben, fünf Zünfte sind insgesamt mit dabei – nach dem Umzug geht’s an der Festmeile Mühlestrasse mit Bunker, Bars, Saloon und «Söilistobe» nahtlos weiter.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.