Kolumne

Und die Luzerner Innenstadt lebt doch

Robert Knobel, Leiter Ressort Stadt/Region Luzern, über den Wandel des Branchenmix im Zentrum der Stadt Luzern.

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Die neusten Nachrichten aus der Luzerner Innenstadt lassen aufhorchen: Die Würzenbach-Drogerie eröffnet im Frühling eine neue Filiale – und dies an bester Lage zwischen Jesuitenkirche und Kantonalbank, auf drei Etagen (wir berichteten). Bis vor kurzem machten Detailhändler im Stadtzentrum vor allem mit Geschäftsschliessungen von sich reden – von Apotheken über Metzgereien bis zu Beizen. Die Luzerner schlossen bisweilen sogar Wetten ab, ob in die frei werdende Lokalität nun ein Uhren- oder doch eher ein Modegeschäft einziehen wird. Klar: Wer sonst könnte sich die irrwitzigen Mietpreise in der Luzerner Innenstadt leisten?

Tempi passati. Die neue Drogerie ist nicht das einzige Zeichen, dass der Wind gedreht hat. Im Sommer wird der Bioladen Alnatura an der Hertensteinstrasse neu eröffnen. Und gleich nebenan, wo bis vor kurzem Kleider verkauft wurden, soll Ende Jahr ein Aldi-Supermarkt einziehen. Lebensmittelgeschäfte in der Luzerner Altstadt? Die waren etwa so exotisch geworden wie ein Souvenirshop in Littau. Doch die Mietpreise sind, auch wegen des Online-Handels, ordentlich ins Purzeln gekommen. Das schafft plötzlich wieder Raum für Anbieter, welche die Grundversorgung der lokalen Bevölkerung höher gewichten als das schnelle Touristen-Geld. Wobei sich die Grenzen ohnehin zunehmend verwischen. So verkauft die Migros Schweizerhof neben WC-Reiniger und Sauerteigbrot neuerdings auch chinesische Schweinsfüsse.

Beim Detailhandel in der Innenstadt herrscht zurzeit ein turbulentes Kommen und Gehen. Doch wer bloss den vielen geschlossenen Geschäften nachtrauert, verkennt die Chance des Wandels.

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