Unerlaubter Sonntagsverkauf: Das KKL muss seinen Flohmarkt verschieben

Die Gewerbepolizei hat das KKL zurückgepfiffen: Sonntags dürfen keine Flohmärkte stattfinden. Der Termin wurde auf den 8. Februar – einen Samstag – vorverlegt.

Simon Mathis
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Im neuen Flyer weist das KKL darauf hin, dass sich das Datum verschoben hat.

Im neuen Flyer weist das KKL darauf hin, dass sich das Datum verschoben hat.

Bild: PD

Die Schnäppchenjäger, die sich den Sonntag, 9. Februar, bereits dick in der Agenda angestrichen haben, müssen den Rotstift zücken: Der Flohmarkt, an dem Möbel der KKL-Gastronomie feilgeboten werden, wird nämlich auf den 8. Februar vorverlegt. Er findet neu am Samstag zwischen 12 und 16 Uhr im Luzerner Saal statt.

Man habe den Termin verschoben, um dem Ruhetags- und Ladenschlussgesetz (RLG) des Kantons Luzern Rechnung zu tragen, heisst es in einer Mitteilung des KKL. Das Gesetz legt fest, dass Flohmärkte sonntags nicht stattfinden dürfen. «Da bei uns am Wochenende ständig Veranstaltungen und Konzerte stattfinden, war uns das schlicht nicht bewusst», erläutert KKL-Mediensprecherin Corinne Schneebeli auf Anfrage unserer Zeitung.

«Wir haben vom Vorhaben des KKL in der ‹Luzerner Zeitung› gelesen», sagt Urs Renggli, Chef der Gastgewerbe- und Gewerbepolizei des Kantons Luzern. «Daraufhin wurden wir aktiv und erinnerten das KKL daran, dass ein Sonntagsverkauf rechtswidrig ist.» Für diese Regelung gebe es weder Ausnahmen noch Sonderbewilligungen, betont Renggli. «Sonst würde jedermann sonntags seinen persönlichen Flohmarkt veranstalten.» Und dann gäbe es entsprechend plötzlich jeden Sonntag einen Flohmarkt.

Risiko der Lärmbelästigung

Zu bedenken sei ausserdem, dass beim angekündigten Flohmarkt des KKL die Waren sofort bezahlt und mitgenommen werden müssen, so Renggli. Das könne zu Lärmbelästigungen führen, weil auch Möbel zum Verkauf angeboten werden. Das sei unvereinbar mit der Sonntagsruhe. Ausgenommen von dieser Regelung seien einzig fest etablierte Märkte, welche die Gemeinde oder die Stadt eigens bewillige. Ausserdem könne die Gewerbepolizei beispielsweise Werbeveranstaltungen oder Ausstellungen von Möbeln, Motorrädern oder Autos bewilligen. «Denn dort findet kein direkter Warenverkehr statt», so Urs Renggli.

Am KKL-Flohmarkt wird das gesamte Mobiliar und Kleinmaterial des Restaurants Red, des World Cafés und der Crystal Lounge verkauft. Der Hintergrund: Das KKL wertet seinen Gastronomiebereich für 3,8 Millionen Franken auf und schafft zwei neue Eingänge. Das Restaurant Red und das World Café schliessen zu diesem Zweck Ende Januar und sollen Anfang April im neuen Look wiedereröffnet werden. Der Erlös des Flohmarktes geht vollumfänglich zu Gunsten des Gönnervereins KKL Family.