UNFÄLLE: Wildunfälle sollen markant gesenkt werden

Jäger und Tierschützer wollen nun auch im Kanton Luzern mit modernen Wild-Warnanlagen verhindern, dass Wildtiere angefahren werden. Auf den Schweizer Strassen werden jährlich über 20'000 Wildtiere verletzt. Bei den Unfällen kommen oft auch Personen zu Schaden.

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Kein Einzelfall: Ende November 2001 kam es auf der Strecke Altbüron-Ebersecken zu einem schweren Unfall, weil der Fahrer einem Reh ausweichen musste. (Bild Guido Röösli/Neue LZ)

Kein Einzelfall: Ende November 2001 kam es auf der Strecke Altbüron-Ebersecken zu einem schweren Unfall, weil der Fahrer einem Reh ausweichen musste. (Bild Guido Röösli/Neue LZ)

Im Kanton Luzern ereigneten sich in den Jahren 2000 bis 2006 insgesamt 2563 Wildunfälle allein mit Rehen. Schweizweit werden jährlich über 20'000 Unfälle mit grossem und mittelgrossem Wild verzeichnet. Jedes Jahr verletzen sich auch über 60 Personen bei Unfällen mit Wild. Allein der Sachschaden beläuft sich auf über 25 Millionen Franken. Es gehört zu den Aufgaben der Jäger und Wildhüter, verletzte Tiere zu suchen und von ihrem Leiden zu erlösen.

Gemeinsame Kampagne
Um die Wildunfälle zu reduzieren, wird die im Kanton Zürich lancierte Kampagne «Weniger Wildunfälle» ab dem 1. März auch auf die beiden Kantone Luzern und Schaffhausen ausgeweitet. Dabei werden ausgewählte Strassenabschnitten mit starkem Wildwechsel mit modernsten akustischen «Pieps-Wildwarnern» ausgerüstet. Ziel ist es, die Wildunfälle in diesen Bereichen um die Hälfte zu senken.

Jäger werden geschult
Am 1. März 2008 findet im Revier Rickenbach Buttenberg ein Kurs der Sektion Seetal von «RevierJagd Luzern» statt. Im Rahmen dieser Weiterbildung werden die Jäger über die Kampagne «Weniger Wildunfälle» umfassend orientiert. Dabei wird auch die Montage der Wildwarner vor Ort demonstriert. Dies mit dem Ziel, dass die lokale Jägerschaft ab Anfang März die definierten Streckenabschnitte im Seetal mit diesen akustischen Geräten bestückt und unterhält.

Wissenschaftliche Begleitung des Projektes Das Pilotprojekt im Seetal wird durch das Büro Swild wissenschaftlich begleitet. Neben Aussagen zur Wirkung des Wildwarners sollen im Rahmen der Begleitung auch Grundlagen erarbeitet werden, um die akustischen Warner möglichst optimal und mit minimalen Nebenwirkungen einsetzen zu können. Dazu werden auch die Erfahrungen der Jagdgesellschaften und der Bevölkerung miteinbezogen. Verläuft das Pilotprojekt im Seetal erfolgreich, so ist eine Umsetzung auf das gesamte Kantonsgebiet vorgesehen, wie die Staatskanzlei Luzern mitteilt.

scd