Unfallserie – was tut der Kanton Luzern?

Nach vielen tödlichen Unfällen auf Fussgängerstreifen reagieren mehrere Kantone. In Luzern sehen die Verantwortlichen keinen Handlungsbedarf.

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Frohburgkreisel in Reussbühl. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Frohburgkreisel in Reussbühl. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Keine Woche vergeht ohne einen Unfall auf Fussgängerstreifen. Allein im Dezember gab es in der Schweiz 5 Tote und 20 Verletzte. Auch im Kanton Luzern. So wurde am 13. Dezember eine 69-jährige Frau von einem Lastwagen überfahren, als sie beim Kreisel Frohburg in Reussbühl den Fussgängerstreifen überqueren wollte. Nach der Häufung der Unfälle treffen die Kantone Zürich und Tessin verschiedene Massnahmen. So wird in Zürich bei mehreren Fussgängerstreifen die Beleuchtung verbessert.

Nicht so in Luzern. «Wir werden keine zusätzlichen Massnahmen ergreifen», sagt Andreas Heller, Abteilungsleiter Verkehrstechnik bei der kantonalen Dienststelle Verkehr und Infrastruktur. «Selten geschehen solche Unfälle, weil die Infrastruktur ungenügend ist, sondern weil sich die Verkehrsteilnehmer nicht richtig verhalten.» Das gelte für Autofahrer genauso wie für Fussgänger.

Zug prüft Streifen seit 2007

Auch der Kanton Zug zieht keine weiteren Massnahmen in Betracht. Die Fussgängerstreifen auf Kantonsstrassen werden schon seit 2007 regelmässig geprüft, heisst es in einer Medienmitteilung vom Donnerstag. Demnach prüfen Angestellte des Strassenunterhalts die Reflektionsstärke der Streifen und erneuern wenn nötig die Markierungen. Auch Signalisationen würden angebracht, verändert oder ersetzt. Weiter würden auch sichtbehindernde Pflanzen geschnitten oder entfernt. Für grössere bauliche Massnahmen gebe es eine Prioritätenliste.

Alexander von Däniken

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FDP will Auskunft von Stadtregierung

Wie sicher sind die Fussgängerstreifen in der Stadt Luzern? Diese und andere Fragen stellt Grossstadtrat Hugo Stadelmann (FDP) in einer gestern eingereichten Interpellation der Luzerner Stadtregierung. Konkret fragt Stadelmann, ob in der Stadt alle Voraussetzungen für eine sichere Überquerung der Strassen erfüllt sind. Dazu gehören zum Beispiel eine genügende Sichtweite oder Signaltafeln.

Welche Stellen sind heikel?

Weiter will Stadelmann unter anderem wissen, ob es in der Stadt auch Fussgängerstreifen gibt, die als heikel bekannt sind. Der Stadtrat wird auch gebeten, über ein allfälliges Inventar über Fussgängerstreifen Auskunft zu geben und mitzuteilen, ob eine eingehende Überprüfung vorgesehen ist.

avd