Kommentar

Ungleichbehandlung bei Landpreisen für Bauern gehört beseitigt

Zuger Bauern erhalten für ihr Land neun Mal mehr als Luzerner. Auch der Bund bezahlt besser als der Kanton Luzern. Dieser Missstand muss behoben werden.

Lukas Nussbaumer
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Lukas Nussbaumer.

Lukas Nussbaumer.

Ein Luzerner Bauer, der dem Kanton für den Schutz vor Hochwasser oder für eine breitere Strasse Land abtreten muss, erhält 9 Franken pro Quadratmeter. Sein Zuger Berufskollege, der vielleicht nur ein paar Hundert Meter entfernt wohnt und ebenfalls Land für die öffentliche Hand zur Verfügung stellen muss, bekommt 80 Franken. Auch in Schwyz, Nidwalden oder im Aargau werden Landwirte besser entschädigt als im Kanton Luzern. Dazu kommt: Wer ein Grundstück abgeben muss, das sich in der Bauzone befindet, darf mit einem bis zu 44 Mal höheren Preis rechnen als ein Bauer für Landwirtschaftsland.

Nun folgt diesen Ungleichbehandlungen eine weitere, denn der Bund erhöht in vergleichbaren Fällen seine Zahlungen um den Faktor 3. Das kann zur absurden Situation führen, dass der gleiche Landwirt für zwei nebeneinander liegende Flächen ganz unterschiedlich abgegolten wird.

Vorschriften verletzen dabei weder der Bund noch die Kantone. Doch im Recht zu sein, ist nicht gleichbedeutend mit Gerechtigkeit. Die Höhe der Entschädigungen an Landwirte für Grundstücke, die für Infrastrukturbauten benötigt werden, zeigt dies eindrücklich auf.

Wenn nun Luzerner Bauernvertreter eine Erhöhung fordern, dürften sie Verständnis ernten. Ob sie gleich auf 40 oder 50 Franken steigen muss, wird die politische Diskussion zeigen. Sicher ist: Die bestehenden Ungleichbehandlungen sind stossend und gehören so weit wie möglich beseitigt.

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