Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Kommentar

Ungleiche Spiesse bei der Luzerner Kulturförderung

Analyse zur Regionalkonferenz Kultur (RKK), die mit der Gemeinde Root erneut ein Mitglied verliert.
Robert Knobel
Robert Knobel

Robert Knobel

Die Regionalkonferenz Kultur (RKK) muss einen weiteren Rückschlag verkraften: Nachdem schon die Gemeinden Adligenswil, Buchrain, Udligenswil und Greppen ausgetreten sind, hat nun auch die Gemeinde Root ihre Mitgliedschaft per Ende 2020 gekündigt. Als Grund gibt der Gemeinderat an, dass sich die RKK zu wenig um die lokale Kultur kümmere. So habe etwa die Operette Root mehrmals vergeblich um Beiträge ersucht (wir berichteten). Auch bei den anderen Gemeinden waren ähnliche Gründe für den Austritt ausschlaggebend.

Die Förderstatistik bestätigt denn auch: Mit den Geldern aus den 13 Mitgliedsgemeinden wird in erster Linie Kultur in der Stadt Luzern unterstützt. 2018 sprach die RKK total 552’000 Franken an kulturelle Institutionen in der Region. Davon flossen 380’000 Franken in die Stadt Luzern und 120’000 nach Kriens (davon über die Hälfte für das städtische Kulturzentrum Südpol). Die restlichen rund 50’000 teilen sich Emmen, Horw, Malters und Ebikon. Ein ähnliches Bild zeigt die Förderung von Einzelprojekten, etwa CD-Produktionen: Von den knapp 350’000 Franken profitierten zum grössten Teil Künstler und Projekte mit direktem Bezug zur Stadt, wie die Statistik 2017 zeigt. Die RKK schreibt auf ihrer Homepage, die solidarische Finanzierung von regionaler Kultur sei «schweizweit eine Pionierleistung». Jede Gemeinde zahlt rund 5 Franken pro Einwohner an den Förderpool. Die wichtigsten Vergabekriterien: Mindestens ein Teil der Akteure müssen professionelle Kulturschaffende sein, die Projekte müssen eine regionale Ausstrahlung haben. Und: Die Förderung von Kultur zwischen Zentren und kleineren Gemeinden soll ausgewogen sein. Letzteres ist heute nicht der Fall.

Dass die städtische Kultur überproportional profitiert, ist zwar nicht überraschend. Die allermeisten Kulturhäuser, Festivals und Künstler befinden sich nun einmal in der Stadt Luzern. Und selbst Kulturschaffende, die aus den Dörfern stammen, haben ihren Schaffensmittelpunkt meist in Luzern. Trotzdem findet man auch in den kleineren Gemeinden Plattformen und Institutionen, die den RKK-Kriterien durchaus genügen würden. Dazu gehört die Operette Root genauso wie die Kultursonne Ebikon, das Kulturforum Buchrain oder das Museum 1 in Adligenswil. Wenn solche lokalen Initiativen aber zusammen mit «Kalibern» wie dem Kleintheater oder dem Fumetto-Festival um Fördergelder buhlen müssen, sind die Chancen ungleich verteilt.

Ähnliche Gründe bewogen Stadt und Kanton Luzern, den «Zweckverband Grosse Kulturbetriebe» zu schaffen, mit dem Institutionen von nationaler Ausstrahlung wie das Theater oder das Sinfonieorchester finanziert werden. Diese standen ursprünglich ebenfalls auf der Subventionsliste der RKK. Doch dann hat man für die «Grossen» ein eigenes Finanzierungsmodell geschaffen – auch um zu verhindern, dass die «Kleinen» in direkte Konkurrenz zu ihnen treten müssen. Möglicherweise braucht es innerhalb der RKK eine weitere Verfeinerung der Förderkategorien – etwa mit fixen Anteilen für Kleintheater & Co einerseits, und für die «Lokalkultur von regionaler Bedeutung» andererseits. Sonst besteht die Gefahr, dass weitere Gemeinden abspringen und die Legitimation der RKK weiter untergraben.

Diese Projekte profitierten 2017 von RKK-Geldern

Diese Institutionen erhielten 2018 Strukturbeiträge von der RKK

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.