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Uni-Geldgeber kritisiert Angebot der Wirtschaftsfakultät in Luzern

Mit der neuen Wirtschaftsfakultät hätte die Uni auch eine Unternehmerschule für Studenten erhalten sollen. Bis heute gibt es sie nicht, kritisiert Siga-Inhaber Reto Sieber. Die Uni kontert.
Niels Jost
Eröffnung der Wirtschaftsfakultät der Uni Luzern 2016: Ziel war es, eine Unternehmerschule aufzuziehen. (Bild: Dominik Wunderli, 6. September 2016)

Eröffnung der Wirtschaftsfakultät der Uni Luzern 2016: Ziel war es, eine Unternehmerschule aufzuziehen. (Bild: Dominik Wunderli, 6. September 2016)

Es sei etwas Einmaliges, womit sich die Universität Luzern von anderen Schweizer Unis abheben werde. So lautete das Versprechen der Universitätsführung im Jahr 2014, als es darum ging, die Abstimmung für das überarbeitete Unigesetz und damit für die neue Wirtschaftsfakultät zu gewinnen. Einer der Kernpunkte dieser Fakultät hätte eine Unternehmerschule sein sollen. Die Idee dahinter: Die Studenten wären von einem erfahrenen KMU-Chef eng betreut und zu Führungskräften ausgebildet worden.

Seit der Gründung der Wirtschaftsfakultät sind mittlerweile zweieinhalb Jahre vergangen. Eine Unternehmerschule gibt es bis dato nicht. Dies kritisiert Reto Sieber im Dokumentarfilm «Kopf oder Zahl» über die Luzerner Finanzpolitik, welcher letzte Woche Premiere feierte. Sieber ist Inhaber der Firma Siga mit Sitz in Ruswil, war Mitglied des Komitees «Ja zum Unigesetz» und einer von diversen Unternehmern, die den Aufbau der neuen Fakultät mitfinanziert haben. «Meine Erwartungen sind nicht erfüllt worden», sagt Sieber im Film bezüglich der Unternehmerschule.

Start im Herbst 2019 – unter neuem Namen

Auf Anfrage relativiert die Universität Luzern die Äusserungen Siebers. «Die im Film gemachte Aussage geht von falschen Annahmen aus. Wie geplant, wird die Unternehmerschule eine der drei Spezialisierungen auf der Masterstudium-Stufe darstellen, die ab diesem Herbstsemester 2019 zum ersten Mal studiert werden kann», sagt Dave Schläpfer, Mediensprecher an der Universität Luzern. Dass diese Spezialisierung im Master- und nicht bereits im vorhergehenden Bachelorstudium angeboten werde, sei schon immer so vorgesehen gewesen, so Schläpfer. «Das wurde auch so kommuniziert.»

Mittlerweile habe sich der Name der Unternehmerschule geändert. Die Master-Spezialisierung heisst nun «Marktorientiertes Management». Diese setze den Schwerpunkt nicht mehr nur primär auf Unternehmertum und Firmengründungen, sondern vermehrt darauf, Märkte datengetrieben zu analysieren.

Schläpfer: An der Grundidee habe sich nicht viel geändert

An der Grundidee habe sich nicht viel geändert, sagt Schläpfer. Ziel sei es nach wie vor, dass Wirtschaftsstudenten Theorie und Praxis verknüpfen können. Konkret: «Die Studierenden lernen, eine Verbindung zwischen Marktanforderung und Unternehmensführung theoretisch zu konzipieren und praktisch umzusetzen.» Das sei immer noch ein Alleinstellungsmerkmal.

Auch der Austausch mit Unternehmern aus der Region nehme an der Fakultät «einen hohen Stellenwert ein». «Es gibt beispielsweise bereits auf Bachelorstufe ein Fallstudienseminar, bei dem Studierende jeweils Strategien von Zentralschweizer Unternehmen prüfen und neue Ideen entwickeln. Zum Schluss präsentieren sie die Ideen den Firmenchefs. Die Rückmeldungen darauf sind bis jetzt von aller Seite sehr positiv ausgefallen.» Unter anderem seit Anfang dabei sei die Siga. «Diese Zusammenarbeit schätzen wir sehr», so Schläpfer. Reto Sieber war für eine weitere Stellungnahme nicht erreichbar.

Aktuell sind 314 Studenten eingeschrieben

Im Film äussert sich der Unternehmer auch zu den Studentenzahlen. In der Wirtschaftsfakultät seien sie nicht so angelaufen, wie gewünscht. Dem widerspricht Dave Schläpfer. Das gesetzte Ziel, im ersten Jahr mit 100 bis 150 Studenten zu starten, habe man erreicht. Im zweiten Studienjahr 2017 zählte die Wirtschaftsfakultät 108 Neueinschreibungen, im vergangenen Jahr deren 120. «Wir konnten also erfreulicherweise ein kontinuierliches Wachstum erreichen. Wir sind mit dieser Entwicklung zufrieden.»

Auf Kurs sei man auch für das weitere Ziel, bis zum Vollbetrieb der Fakultät – also inklusive vollständigem Masterstudium, welches drei Semester dauert – 600 Studenten in Luzern zu haben. «Nach weniger als drei Jahren ist mit 314 Studierenden bereits die Hälfte dieser Prognose hinsichtlich der Studierendenzahlen erreicht – auch diesbezüglich läuft alles nach Plan», sagt Schläpfer. Zuversichtlich stimmt ihn zudem die Master-Infoveranstaltung vom vergangenen Herbst. Diese sei von über 50 Interessenten besucht worden – im März finde bereits die nächste statt.

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