Kommentar
Uni Luzern: Chancen für ein Wachstum sind besser als vor zehn Jahren

Die Luzerner Regierung befürwortet eine Fakultät für Psychologie an der Uni Luzern. Das war auch schon anders, macht aber aus heutiger Sicht Sinn. Nachbessern sollte die Regierung ihren Plan zur Finanzierung des von ihr gewünschten neuen Angebots.

Lukas Nussbaumer
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Lukas Nussbaumer.

Lukas Nussbaumer.

Eine Psychologische Fakultät an der Uni Luzern – das war vor zehn Jahren der Vorschlag von Paul Richli. Der damals neu gewählte Rektor wollte mit der zweitkleinsten Uni der Schweiz auf diese Art wachsen. Die Regierung sah das 2011 jedoch anders und plädierte für eine Wirtschaftsfakultät, weil der Bedarf im Arbeitsmarkt höher sei. Der folgende Schlagabtausch zwischen Befürwortern und Gegnern einer Wirtschaftsfakultät prägte die Luzerner Politik während Jahren. Letztlich, Ende 2014, hiess das Volk die neue Fakultät mit 55 Prozent Ja-Stimmen relativ knapp gut.

Heute ist die Luzerner Regierung Feuer und Flamme für eine Psychologische Fakultät. Das zeigen ihre Antworten auf einen Vorstoss der SP-Fraktion. So würde eine solche Fakultät das Angebot der hiesigen Universität «ergänzen, stärken und abrunden», und es sei «eine Chance sowohl für die Uni auch für den Hochschulstandort Luzern».

Tatsächlich gibt es einen grossen Unterschied zum langen Disput um die Wirtschaftsfakultät: Die Hochschule Luzern bietet keine vergleichbare und damit die Uni konkurrenzierende Ausbildung an. Ernüchternd ist dafür die einzige Aussage der Regierung zur Finanzierung des von ihr gewünschten Angebots: Der Kanton könne sich nicht beteiligen. Das dürfte noch zu reden geben, denn die Gegner von fremdfinanzierten Lehrstühlen werden gut hörbar auf die mögliche Einflussnahme von Sponsoren hinweisen. Zu Recht.