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Erfolgreicher Abschluss: Vom Schnupperstudium für Flüchtlinge zum Master-Absolvent

Die Absolventen des Departements Gesundheitswissenschaften und Medizin haben ihr Diplom in Health Sciences erhalten. Unter ihnen ist auch Chamira Nilanga Samarasinghe, er hat einen ganz besonderen Weg gemacht.
Martina Odermatt
Chamira Nilanga Samarasinghe vor der Uni Luzern. (Bild: Nadia Schärli, 9. September 2019)

Chamira Nilanga Samarasinghe vor der Uni Luzern. (Bild: Nadia Schärli, 9. September 2019)

Chamira Nilanga Samarasinghe hat es geschafft. Vor drei Jahren als Flüchtling in die Schweiz gekommen, erhielt der Sri Lanker am Montagabend zusammen mit seinen 25 Kommilitonen sein Master Diplom in Health Sciences. Damit ist er der erste Student, der im Rahmen des Programms «Schnupperstudium für Flüchtlinge» an der Universität Luzern einen Abschluss erlangt.

Für den 47-jährigen Samarasinghe ist dies nicht das erste Diplom. In seiner Heimat Sri Lanka hat er Medizin studiert und war praktizierender Arzt. Zuletzt war er Geschäftsleiter der nationalen Drogen-Aufsichtsbehörde. Die Drogenbarone bedrohten Samarasinghe so lange, bis er sich zur Flucht entschloss.

In der Schweiz sind seine Universitätsdiplome aus Sri Lanka nicht anerkannt. «Nicht so schlimm», denkt sich Samarasinghe. Immerhin war er in Sri Lanka 16 Jahre lang als Doktor tätig. «Doktor zu sein ist anstrengend. Du stehst um 5 Uhr morgens auf, und kommst um 22 Uhr wieder nach Hause. Man hat zwar einen guten Lohn, aber keine Zeit, das Geld auszugeben. Geschweige denn, diese mit der Familie zu verbringen.»

Also: Zeit für etwas Neues. Der Master Studiengang Health Sciences der Universität Luzern ermöglicht dem dreifachen Familienvater genau das. «Mein langfristiges Ziel ist es, in der Pharma-Forschung tätig zu sein. Forschung und Medizin sollten Hand in Hand gehen und ich glaube, dass mein beruflicher Hintergrund ein Gewinn für mich, wie auch die Forschung ist.» Und es spricht noch ein weiterer Grund für eine Forscherkarriere: Samarasinghes Neugier und Wissensdurst. Vor Beginn seines Studiums sagte Samarasinghe gegenüber unserer Zeitung, dass er sein Leben lang studieren werde. «Wer aufhört zu studieren, wird irgendwann bequem», sagt er heute dazu.

Bloss neun Schweizer Studenten im Jahrgang

Als nächstes etwa steht für ihn das Doktorat in Health Sciences an. «Auch als Forscher muss man sich ständig weiterbilden und studieren. Deshalb ist dieser Job für mich perfekt.»

Doch bevor Samarasinghe in die Forschung geht, möchte er noch andere Projekte angehen. Für die Universität Luzern hat er etwa einen Vorschlag ausgearbeitet, wie die Institution internationaler werden könnte. «Ich möchte die Universität populärer machen, ihr internationales Renomée stärken.» Aktuell liegt der Anteil ausländischer Studenten bei 13 Prozent. Samarasinghes Ziel sind 35 Prozent. «Der Vorschlag wurde bereits mit dem Rektor diskutiert. Für die weiteren Schritte ist die Vizerektorin zuständig. Sie entscheidet, ob ich die Vorschläge umsetzen darf. Das wäre eine tolle Aufgabe.» Der Sri Lanker sieht darin auch eine Möglichkeit, der Universität etwas zurückzugeben für die Chance, die er bekommen hat.

Übrigens: Ein Exot war Samarasinghe im Studium keineswegs. In seinem Jahrgang waren gerade mal 9 Schweizer Studenten. Der Rest kam aus dem Ausland. «Diese waren häufig etwas fokussierter, zielorientierter», fasst er zusammen. Auch die Sprache war deshalb kein Problem. Samarasinghe spricht gut Englisch. Sein Deutsch befinde sich auf Niveau B2.

Dass so ein Studium nicht selbstverständlich ist und auch einige Hürden mit sich bringt, ist er sich bewusst. Deshalb agiert er unter anderem auch als Motivations-Coach für andere Flüchtlinge. Er andere geflüchtete Menschen ermutigen, auch ein Studium zu wagen. «Wenn ich das geschafft habe, können das andere auch», sagt er.

Diese Absolventen aus der Zentralschweiz
 waren erfolgreich:

Master Health Sciences:
Armin Amstad, Wauwil; Tobias Elbel, Luzern; Melanie Jud, Luzern; Divine Yombo Kalenda, Luzern; Cassandra L. Montoya, Luzern; Andrea Nikolic, Luzern; Kristina Paul, Sursee; Enxhi Qama, Luzern; Chamira Nilanga Samarasinghe, Kriens; Michelle Stirnimann, Luzern; Dima Touhami, Luzern; Tabea Weber, Oberwil b. Zug.

Doktorat:
Nandini Devi, Luzern; Marina Nützi, Luzern; Per Maximilian von Groote, Luzern.

Hinweis: Namen aller Absolventinnen und Absolventen: www.unilu.ch

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