Uni Luzern: Regierung will Wirtschaftsfakultät

Die Luzerner Regierung macht ernst: Laut ihrem neusten Planungsbericht soll die Universität weiter wachsen. Konkret soll eine neue Wirtschaftsfakultät entstehen.

Drucken
Teilen
Regierungsrat Reto Wyss: «Luzern bietet der Jugend ein Zweierticket in die Welt der Wirtschaft an.» (Bild: PD)

Regierungsrat Reto Wyss: «Luzern bietet der Jugend ein Zweierticket in die Welt der Wirtschaft an.» (Bild: PD)

Am Donnerstag stellte die Luzerner Regierung den Planungsbericht über die Hochschulentwicklung im Kanton Luzern vor. Den Schwerpunkt des neuen Konzepts soll die Schaffung einer neuen Fakultät an der Universität bilden. Wie Bildungsdirektor Reto Wyss erklärte, sei die Luzerner Hochschulpolitik auch Wirtschaftspolitik und Standortpolitik. Deshalb wolle der Kanton im Hochschulbereich auf Wachstum und Qualität setzen.

Bereits im Februar 2011 wurde über die Pläne der Universität berichtet, auf Wunsch des Regierungsrates eine Wirtschaftsfakultät aufzubauen zu wollen. Die Fachhoschule fühlte sich dadurch vor den Kopf gestossen.

Attraktivitätsverlust ohne Wachstum

Schweizweit bestehe eine sehr grosse Nachfrage im Bereich Wirtschaftswissenschaften. Diesem Umstand will die Regierung Rechnung tragen und spricht sich für die Schaffung einer Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Uni Luzern aus. Bisher bietet die Hochschule die Fakultäten Theologie, Rechtswissenschaften sowie Kultur- und Sozialwissenschaften an. Zusätzlich plane die Universität den Ausbau der forschungsorientierten Gesundheitswissenschaften.

Regierungsrat Reto Wyss: «Luzern bietet der Jugend ein Zweierticket in die Welt der Wirtschaft an.» (Bild: PD)

Regierungsrat Reto Wyss: «Luzern bietet der Jugend ein Zweierticket in die Welt der Wirtschaft an.» (Bild: PD)

Die Regierung befürchtet in ihrem Bericht, dass ohne Wachstum die Universität schon bald an Attraktivität verlieren könnte und damit die Kosten pro Studienplatz steigen würden. In der entstehenden Konkurrenz zwischen Fachhochschule und Universität sehen die Zuständigen keine Probleme. Weil die beiden Hochschulen unterschiedliche Zielgruppen ansprächen, bedeute das erweiterte Angebot eine Ergänzung.

Der Regierungsrat geht davon aus, dass sich mit der neuen Fakultät rund 500 bis 600 zusätzliche Studenten an der Luzerner Universität einschreiben würden. Laut Wyss könnte das bestehende Gebäude der Uni und der Pädagogischen Hochschule beim Bahnhof dieses Wachstum «verkraften».

Das Luzerner Kantonsparlament wird im Mai über den Hochschulplanungsbericht befinden. Wird dieser genehmigt, so rechnet Wyss mit einer Aufbauzeit von zwei bis drei Jahren für die neue Fakultät.

Schwerpunkte – aber kein Ausbau

Die Fachhochschule (Hochschule Luzern) soll laut Planungsbericht ihre praxisorientierte Ausrichtung fortführen. Einen besonderen Akzent wird sie in den Bereichen Wirtschaft sowie Technik und Architektur setzen. Insbesondere letzterer soll weiterhin gestärkt werden.

Auch bei der Pädagogischen Hochschule strebt die Regierung keinen Ausbau an. Das bisherige Wachstum der Studierendenzahlen sei mit Blick auf den Bedarf an Lehrpersonen aber begründet und erwünscht.

Der Regierungsrat will weiter das Konzept einer räumlichen Konzentration der Hochschulen verfolgen. Neben dem Schwerpunkt am Bahnhof Luzern soll in Horw ein zweiter, eigentlicher Hochschulcampus aufgebaut werden.

pd/bep/sda