Uni Luzern will Hochschule konkurrenzieren

Die Universität Luzern will eine Wirtschaftsfakultät. Die Hochschule ist darüber irritiert - und spricht von einem «bildungspolitischen Fehler».

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Die im Bau befindliche Universität (links) und das Gebäude der Hochschule für Wirtschaft. (Bild: Neue LZ)

Die im Bau befindliche Universität (links) und das Gebäude der Hochschule für Wirtschaft. (Bild: Neue LZ)

Der Universitätsrat hat entschieden: Er will eine Fakultät für Wirtschaftswissenschaften. «Es war der Wunsch des Regierungsrates, dass wir die Option Wirtschaft prüfen», sagte Uni-Rektor Paul Richli gestern auf Anfrage. Bildungsdirektor Anton Schwingruber, gleichzeitig Präsident des Universitätsrates, des strategischen Führungsgremiums der Universität, bestätigt: «Der Regierungsrat ist zum Schluss gekommen, dass Wirtschaft wohl eher der Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt entspricht als Psychologie.» Ursprünglich diskutierte man nämlich über eine Psychologiefakultät, weil man der Hochschule Luzern nicht in die Quere kommen wollte.

«Bildungspolitischer Fehler»

Tatsächlich ist die Hochschule wenig erfreut über die geplante Konkurrenz: «Ich habe Verständnis, dass die Universität wachsen will, aber ich halte es für einen bildungspolitischen Fehler, wenn das im Bereich der Wirtschaft passiert», sagt Sabine Jaggy, Rektorin der Hochschule Luzern. Bisher sei man gut gefahren mit der Strategie, keine sich überschneidenden Angebote zu schaffen.

Uni-Rektor Richli kontert: «Wir wollen der Hochschule nichts wegnehmen, sondern wir sind der Meinung, dass man insgesamt ausbauen könnte.» Es gebe auch andere Kantone, wo man Wirtschaft an der Universität und an einer Fachhochschule studieren könne.

Kantonsrat wird entscheiden

Die Regierung wird diese Strategie jetzt prüfen. Schliesslich wird der Kantonsrat darüber entscheiden – spätestens im Rahmen des Budgets für die Universität. Bereits heute zahlt der Kanton Luzern jährlich 16,4 Millionen Franken an die Uni – und 40,8 Millionen an die Hochschule Luzern.

Die Zentralschweizerische Handelskammer, welche sich in der Vergangenheit unter anderem über den Mangel an Wirtschaftswissenschaftlern beklagt hatte, begrüsst die Idee einer Wirtschaftsfakultät grundsätzlich. Direktor Felix Howald mahnt aber, die Kosten nicht ausser Acht zu lassen.

Jan Flückiger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung.