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UNI: Wer sind die spendablen Gönner?

Die Namen der bis­heri­­-gen Donatoren der neuen Wirtschaftsfakultät sind nun bekannt. Wer hinter solchen Spenden steht, bleibt allerdings oftmals im Dunkeln.
Ismail Osman
Die Universität Luzern erhält für den Aufbau und den Betrieb der neuen Wirtschaftsfakultät von diversen Stiftungen und Unternehmen Geld. (Bild Eveline Beerkircher)

Die Universität Luzern erhält für den Aufbau und den Betrieb der neuen Wirtschaftsfakultät von diversen Stiftungen und Unternehmen Geld. (Bild Eveline Beerkircher)

Ismail Osman

Wer sind die Gönner der Wirtschaftsfakultät? Vor kurzem veröffentlichte die Uni Luzern eine Donationenliste mit rund 30 Gönnern, die insgesamt 3,46 Millionen an die Fakultät beitragen (Ausgabe vom 27. November). Viele der aufgeführten Namen sind einfach identifizierbar – darunter etwa Versicherer wie Concordia, CSS und Suva. Auch Unternehmen wie die Geistlich Pharma AG oder die Titlis-Bergbahnen sind bekannt.

Zu den Geldgebern gehören aber auch diverse Stiftungen. Wer hinter diesen steht, ist meist nicht auf den ersten Blick ersichtlich – oftmals auch nicht auf den zweiten. Es liegt in der Natur von Stiftungen, dass die Geldgeber nicht im Vordergrund stehen beziehungsweise sogar anonym bleiben. Teilweise spielen fiskalstrategische Überlegungen eine Rolle. Auch über die Stiftungen, die ihre Geldschatulle für den Aufbau der Wirtschaftsfakultät öffnen, kursieren nur wenige Informationen. Im Folgenden eine Auswahl:

Vitznauer Mäzen

Zu den Topgönnern, also zu jenen, die einen Betrag zwischen 100 000 und 499 999 Franken spendeten, gehört die P & K Pühringer Gemeinnützige Stiftung. Der Name Pühringer ist vor allem den Luzernerinnen und Luzernern aus den Seegemeinden bekannt. Das P steht natürlich für Peter Pühringer (73). Der deutsch-österreichische Investor lebt in Vitznau, wo ihm auch das Park Hotel gehört. Das K dürfte für Ehefrau Karla stehen. Allerdings ist auch Tochter Karin Pühringer Mitglied des Stiftungsrates. Wie beim extrem öffentlichkeitsscheuen Patriarchen gibt es auch über die Tochter kaum verfügbare Informationen.

Laut Moneyhouse, einem Online-Nachschlagewerk für Handelsregister- und Wirtschaftsinformationen, besteht die Stiftung seit 2008. Zweck sei demnach die «Förderung von Kultur, Bildung und Wissenschaft». Nach dem Vorbild von US-Eliteuniversitäten wie Yale und Harvard soll dies «durch massive Aktivierung der Bildungs- und Kapitalressourcen» geschehen.

Emeritierter Professor

Zur obersten Kategorie der Donatoren der Wirtschaftsfakultät gehört auch die Max-Franz-Hasler-Stiftung. Diese wurde 2013 von den in Bern wohnhaften Max Bömle und dessen Ehefrau Nelly Bömle-Hasler sowie dem Schwyzer Guido Kälin gegründet. Der Präsident des Stiftungsrates, Max Bömle (87), war bis zu seiner Emeritierung 1999 an der Universität Freiburg im Bereich Finanzmanagement tätig. Zweck sei die Förderung der Betriebswirtschaftslehre und der benachbarten Gebiete des Wirtschaftsrechts an Universitäten der Deutschschweiz. Der Beitrag der Stiftung, der ebenfalls irgendwo zwischen 100 000 und 499 999 Franken liegt, ist für eine ständige Gastprofessur und für Managementprofessuren reserviert.

Altishofer Logistikriese

Mit einem Betrag zwischen 50 000 und 99 999 Franken trägt die Max-und-Marlis-Galliker-Stiftung zum Aufbau der Wirtschaftsfakultät bei. Sie ist in Horw angesiedelt, wo das Ehepaar wohnhaft ist. Moneyhouse ist zu entnehmen, dass Rolf Galliker (50) Vizepräsident der Stiftung sei. Rolf Galliker ist eines der führenden Mitglieder des Familienclans, die das Altishofer Logistikunternehmen Galliker leiten.

Wirtschaftsvertreter

Zu den Topgönnern gehören aber auch mehrere vermögende Einzelpersonen. Auch hier sind einige der Na- men geläufig, darunter etwa Alfred N. Schindler. Er ist VR-Präsident der in Ebikon angesiedelten Schindler-Gruppe. Ebenfalls bekannt ist Siga-Verwaltungsrat Reto Sieber. Der Ruswiler Unternehmer, ein vehementer Befürworter der Wirtschaftsfakultät an der Uni Luzern, griff im Dezember 2014, also im Vorfeld der Abstimmung um die neue Fakultät, Hochschulrektor Markus Hodel an und wollte die damalige Zusammenarbeit mit der Hochschule sistieren. Dies, weil er sich über ehemalige Hochschulstudenten aufregte, die gegen das Unigesetz kämpfen. Er zog die Sistierung aber innerhalb weniger Tage zurück.

Weniger von sich reden gemacht haben hingegen Christoph M. und Sibylla Müller. Der Zürcher Wirtschaftsjurist Christoph Müller (67) besitzt gut einen Drittel der Firmenanteile am internationalen Heiz- und Lüftungsgiganten Vaillant. Mit einem laut dem Wirtschaftsmagazin «Bilanz» geschätzten Vermögen von 750 Millionen Franken gehört das Ehepaar zu den reichsten Schweizern überhaupt.

Banken wollen die Topabgänger

Zu den gewichtigeren Donatoren gehören auch Banken. Dass diese sich mit Geldspenden grosszügig zeigen – etwa bei Sportveranstaltungen oder Grossanlässen wie dem Lucerne Festival –, ist nicht unüblich. Zu den Gönnern des Letzteren gehört etwa die Privatbank Vontobel, die sich nun auch am Aufbau der Wirtschaftsfakultät beteiligt.

Ebenso die Schweizerische Nationalbank. Im Normalfall erhoffen sich die Banken durch ihr Engagement eine Form von öffentlichkeitswirksamer Publicity.

Was aber will man mit einer Donation an eine Universitätsfakultät bezwecken? Die Antwort liegt wohl im Partnerklub, den die Uni um ihre Wirtschaftsfakultät entwickelt hat. Der Klub «vermittelt interessierten Mitgliedern, die grössere Donationen leisten, Kontakte zu ihren besten Studentinnen und Studenten sowie ihren besten Absolventinnen und Absolventen. Zu diesem Zweck wird jährlich mindestens eine Veranstaltung durchgeführt. Ausserdem werden Kontaktmöglichkeiten im Einzelfall vermittelt», heisst es in einem entsprechenden Dokument der Uni Luzern.

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