UNI-WOCHE: 130 Kantischüler schnuppern Uni-Luft

Sie stehen vor der Berufswahl und erhalten Einblick ins Uni-Leben: 130 Kantischüler beteiligen sich an der Uni-Woche. Gestern gings um Recht – und Unrecht.

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Der Strafrechtsprofessor Jürg-Beat Ackermann während der Vorlesung im Union-Saal. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Der Strafrechtsprofessor Jürg-Beat Ackermann während der Vorlesung im Union-Saal. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Die vordersten Sitze sind nicht beliebt. Das gilt sogar für Vorlesungen des beliebtesten Professors der Universität Luzern, Jürg-Beat Ackermann. Als die acht Schülerinnen und Schüler des Kurzzeitgymnasiums Musegg gestern Morgen kurz vor 8.15 Uhr den grossen Union-Saal betreten, gibts nur in der vordersten Reihe freie Plätze.

«Wir Rechtswissenschaftler müssen 24 Stunden am Tag denken, deshalb ist unser Job sehr streng», erklärt Ackermann. So könne es passieren, dass ein junger Staatsanwalt nachts aus dem Bett geholt werde, wenn Linksextreme eine Bar stürmten, wie das am Wochenende in Freiburg geschah. «Soll man die Leute in Haft nehmen? Gibt es Haftgründe?», fragt Ackermann – und leitet so zum Thema der Vorlesung, Strafrecht, über.

Ein Fach, fast so komplex wie die Menschen
Stark für Recht und Unrecht interessiert sich die 16-jährige Anna Coulibaly aus Kriens: «Ich kann mir vorstellen, hier zu studieren.» Die Vorlesung findet sie spannend, den Dozenten «sehr offen». Anna Glanzmann (17) aus Luzern schätzt es, an einer «richtigen» Vorlesung teilzunehmen und nicht bloss an einer Infoveranstaltung. «Das gibt mir einen guten Einblick in den Uni-Betrieb.»

Der 46-jährige Ackermann meint: «Ich möchte den jungen Menschen Einblick in die faszinierende Welt des Strafrechts geben.» Diese habe vor allem mit Menschen, Freiheit, Sicherheit und Schutz zu tun. Der Dozent und Forscher möchte den jungen Leuten aufzeigen, «dass sie später dank dem kritischen rechtswissenschaftlichen Denken Kaderpositionen besetzen können». Der Weg dahin ist lang, denn: «Das Strafrecht ist komplex, fast so komplex wie der Mensch selber», sagt Ackermann.

Karin Winistörfer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung.