UNIVERSITÄT: Die Wirtschaft will eine vierte Fakultät

Bekannte Unternehmer fordern eine grössere Uni. Mit einer Wirtschaftsfakultät soll Luzern konkurrenzfähig bleiben. Diese Idee erhält breite Unterstützung.

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Studenten an einer Vorlesung in Luzern. (Archivbild Michael Buholzer/Neue LZ)

Studenten an einer Vorlesung in Luzern. (Archivbild Michael Buholzer/Neue LZ)

An drei Luzerner Fakultäten können sich die Studierenden bislang einschreiben. Das genügt nicht, sind sich namhafte Wirtschaftsvertreter aus der Zentralschweiz einig. «Wir brauchen eine Wirtschaftsfakultät», fordert Alex Bruckert, der Geschäftsführer der Luzerner Industrievereinigung und Direktor der Zentralschweizerischen Handelskammer. Denn: Studenten, die hier Wirtschaft studieren könnten, würden eher in der Region bleiben – sei es als Arbeitskräfte, Steuerzahler oder Konsumenten.

Das Anliegen habe er mehrmals bei der Universität deponiert, sagt er. Bruckert erhält gewichtige Unterstützung. Marcel Imhof, der die Stiftung Wirtschaftsförderung Luzern präsidiert, erklärt: «Ich finde das eine sehr sinnvolle und wünschenswerte Idee.» Eine neue Fakultät könne dem Standort Luzern nur helfen, ist er überzeugt.

Die Vision begeistert, muss aber geprüft werden
In der Zentralschweizerischen Handelskammer hat man sich bereits konkrete Gedanken zur vierten Fakultät gemacht. Bruckert formuliert die Voraussetzungen, unter denen die Wirtschaftsfakultät Realität werden könnte: «Wenn es genug interessierte Studenten gibt, die Wirtschaft mitmacht und die Finanzierbarkeit sichergestellt ist, dann steht dem nichts im Wege.» Am zweiten Punkt sollte es nicht scheitern, betont Mark Bachmann, CEO der 4B-Gruppe Hochdorf und Präsident der Luzerner Industrievereinigung: «Für die Zentralschweizer Firmen wäre eine Wirtschaftsfakultät ein klarer Vorteil.» Bachmann warnt aber: «Bei aller Begeisterung für diese Vision: Zuerst muss man die Umsetzungsfähigkeit prüfen.»

Dem schliesst sich Doris Russi Schurter an, ehemalige Präsidentin der Zentralschweizerischen Handelskammer und jetzige Präsidentin des Universitätsvereins: «Politisch wird das ein schwieriges Unterfangen. Man muss vorsichtig agieren, um niemanden vor den Kopf zu stossen.» Auch die Fachhochschule Luzern-Wirtschaft müsse einbezogen werden.

Ganz auf die wirtschaftliche Perspektive verzichten mag man jedoch nicht: Die Universität hat zwei Ökonomie-Professuren ausgeschrieben, die der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät angegliedert werden. Frühestens ab Anfang 2009 sollen sich dann Studenten für die Wirtschaftswissenschaften einschreiben können.

Noémie Schafroth

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung.