Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

UNIVERSITÄT LUZERN: Luzerner Forscher erhalten immer mehr Geld

Im letzten Jahrzehnt haben sich die Forschungsgelder für die Uni vor allem dank Bundesbeiträgen vervielfacht. Dadurch können aktuell mehrere Projekte finanziert werden – wie etwa jenes über die Nachteile des Nachdenkens.
Gabriela Jordan
Die Uni Luzern erhielt 2016 Forschungsgelder von total rund 5 Millionen Franken. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 29. September 2017))

Die Uni Luzern erhielt 2016 Forschungsgelder von total rund 5 Millionen Franken. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 29. September 2017))

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

Die Universität Luzern machte in den letzten Tagen gleich doppelt auf sich aufmerksam: Einerseits informierte sie über einen neuen Masterstudiengang in Zusammenarbeit mit der Schweizer Armee. Andererseits wurde bekannt, dass sie das Institut für Unternehmensrecht an der Jus-Fakultät auf Juli schliessen wird. Letzteres ist auf Unstimmigkeiten mit dem Gründer des Instituts, Franco Taisch, zurückzuführen. Für ihn wurde kein Nachfolger gefunden.

Die Schliessung des Instituts dürfte für die Uni schmerzhaft sein. Immerhin: Die vielen Forschungsgelder, die ihr Taisch eingebracht hat, gehen der Uni nicht verloren. Wie Mediensprecher Dave Schläpfer auf Anfrage sagt, werden die damit finanzierten Projekte weitergeführt. Um wie viel Geld es geht, gibt die Uni im Jahresbericht 2017 bekannt.

Dass die Gelder nicht verloren gehen, ist für die Uni Luzern auch in einem anderen Kontext sehr wichtig: Beiträge, Donationen und Spenden sind nämlich ein Kriterium für die Berechnung der Höhe des allgemeinen Bundesbeitrages an die Universität. Damit wird etwa die Lehre teils gedeckt. Sprich: Je mehr Fördergelder für die Forschung an die Uni fliessen, desto mehr Geld erhält sie vom Bund auch für den Universitätsbetrieb.

Forschungserfolge mit Projekten zu Big Data

Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 hat die Uni immer mehr Forschungsgelder erhalten. Dadurch hat sie sich zu einem wichtigeren Player in der Forschung entwickelt. Beispielsweise gelangen ihr jüngst Erfolge mit Projekten in den Bereichen Big Data oder Energiewende. Auch hat sie in letzter Zeit beachtliche Beiträge vom Bund oder anderen Institutionen für die Forschung einwerben können. Deutlich wird diese Entwicklung, wenn man die Höhe der eingesetzten Forschungsgelder seit der Gründung genauer in Augenschein nimmt.

2001 handelte es sich noch um rund 300'000 Franken an Mitteln vom Schweizerischen Nationalfonds, der massgeblichen Förderinstitution der Universitäten. 2016 waren es bereits über 3,5 Millionen aus dieser Quelle. Dies ist den Jahresberichten zu entnehmen. Hinzu kommen Gelder von Stiftungen oder anderen Institutionen – alles in allem gelang es der Uni 2016, Zusprachen von rund 5 Millionen Franken einzuwerben. Über den Anstieg – der das generelle Wachstum der Uni widerspiegelt – zeigt sich die Universität Luzern erfreut: «Vor dem Hintergrund des harten Wettbewerbs von Forschern um Fördergelder ist der Erhalt als Auszeichnung für wissenschaftliche Qualität zu werten und trägt zur Erhöhung der Reputation der Forscher wie auch der Universität bei», sagt Schläpfer. 2001 betrug der Gesamtaufwand der Uni 12 Millionen, 2016 waren es 62 Millionen.

Den Grund dafür, dass sich die Fördermittel innerhalb dieses Zeitraums vervielfacht haben, sieht die Uni in der Bedeutung der Forschung an sich. So nimmt sie laut Schläpfer in der Schweiz, aber auch weltweit einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Entsprechend hat der Bund den Nationalfonds-Topf in den letzten Jahren kontinuierlich vergrössert, von rund 350 Millionen Franken im Jahr 2001 auf beinahe das Dreifache im Jahr 2016, nämlich 940 Millionen Franken.

Wofür setzt die Uni Luzern die rund 5 Millionen ein? Die meisten drittmittelgeförderten Forschungsprojekte werden an der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät durchgeführt. Grössere Erfolge seien in letzter Zeit zum Beispiel am dort angesiedelten Politikwissenschaftlichen Seminar gelungen, ebenso am Soziologischen Seminar. Zusätzlich gibt es die Forschungsschwerpunkte, an denen verschiedene Disziplinen beteiligt sind. Aktuell wird in diesem Rahmen bis 2021 der «Wandel der Familie im Kontext von Migration und Globalisierung» untersucht. Mit der neuen Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät würden in der Forschung zudem auch Wirtschaftsthemen kontinuierlich einen grösseren Platz einnehmen. Nicht jedes Forschungsprojekt wird dabei aber mit Drittmitteln finanziert. Professorinnen und Professoren gehen auch im Rahmen ihrer Anstellung der Forschung nach.

27 Millionen für die Forschung der Hochschule

Auch die Hochschule Luzern betreibt Forschung und bezieht dafür Geld aus unterschiedlichen Quellen. Allerdings machen Beiträge aus dem Nationalfonds einen wesentlich kleineren Teil aus. So erhielt die Hochschule im vorigen Jahr für die Forschung 15 Millionen Franken vom Bund, davon 1,5 Millionen vom Nationalfonds. Die Hochschule ist mit ihren sechs Departementen und rund 6200 Studenten mehr als doppelt so gross wie die Uni. «Während sich die Fachhochschulen auf anwendungsorientierte Forschung fokussieren, sind die Universitäten vor allem in der Grundlagenforschung tätig», sagt Viktor Sigrist, Direktor des Departements Technik und Architektur. Dies spiegle sich auch in der stärkeren Finanzierung universitärer Forschung durch den Nationalfonds.

Über Projekte mit Unternehmen und Institutionen nahm die Hochschule noch einmal 12,5 Millionen an Forschungsgeldern ein, total sind es also 27 Millionen. Dank dieser «sehr positiven Entwicklung» konnten laut Sigrist im Vorjahr 416 neue Projekte gestartet werden. Auf die Frage, ob die Uni und die Hochschule um Fördergelder konkurrieren, sagt er: «Die Forschung an Fachhochschulen und Universitäten ist unterschiedlich ausgelegt. Es kann aber Schnittmengen geben. Konkurrenz gibt es dann eher im Bereich der Drittmittel, also jenen Geldern, die auf dem freien Markt eingeworben werden.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.