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UNIVERSITÄT LUZERN: Sie setzt sich für Kinderrechte ein

Ramona Fischer zählt zu 183 Absolventen, die gestern einen Jusabschluss erworben haben. Die 25-Jährige schrieb ihre Arbeit über Kindesentführungen – ein Thema, das sie nicht mehr loslässt.
Natalie Ehrenzweig
Kennt sich mit Paragrafen aus: Master-Absolventin Ramona Fischer. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 14. August 2017))

Kennt sich mit Paragrafen aus: Master-Absolventin Ramona Fischer. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 14. August 2017))

Natalie Ehrenzweig

kanton@luzernerzeitung.ch

Wer gerne Anwaltsserien schaut, weiss: Die meisten Advokaten sind skrupellos und geldgierig. Zumindest im Fernsehen. Ramona Fischer (25) will diesem TV-Klischee aber nicht entsprechen. Gerade hat sie ihr Jurastudium an der Universität Luzern beendet. Das letzte halbe Jahr hat sie ­­ in Tasmanien, Australien, verbracht. «Ich wollte mein Englisch verbessern, im Ausland leben und meinen Horizont erweitern. Ich habe dort Kriminologie, Kinderschutz und geistiges Eigentum belegt. Die Interdisziplinarität fand ich sehr spannend», erzählt die Luzernerin, die gern wandert, Klavier spielt und Sport treibt.

Ihre Masterarbeit hat sie über Kindesentführungen in inter­nationalen Partnerschaften geschrieben. «Es gilt im Haager Kindesentführungsübereinkommen der Grundsatz, dass Kinder möglichst schnell in das Heimatland zurückgeführt werden müssen, um dort den Sorgerechtsstreit auszutragen. Dazu gibt es aber einige am Kindeswohl orientierte Ausnahmen, zum Beispiel, wenn das Kind in ein Kriegsgebiet zurückgeführt werden soll», erläutert Fischer. Die Juristin hat die unterschiedliche Handhabung dieser Ausnahmeregelungen in der Praxis in der Schweiz und den USA verglichen. Die Arbeit wurde publiziert, und die Uni hat ihr angeboten zu doktorieren. «Aber zunächst möchte ich das Anwaltspatent im Kanton Luzern in Angriff nehmen», sagt sie.

«Ich dachte immer, Jus sei trocken»

Ramona Fischers Stärken sind analytisches Denken, Sprachen und dass sie gerne liest: «Ich dachte immer, Jus sei trocken. Aber dann gab es an der Kantonsschule einen Besuchstag, an dem Studenten verschiedener Fachrichtungen aus ihrem Studienalltag erzählten. Ein Jusstudent der Uni Luzern berichtete von Übungen mit realen Fällen und vermittelte mir, dass das Studium sehr praxisbezogen ist.» Ausserdem hätte sie schon immer ein starkes Gerechtigkeitsgefühl gehabt. Sie wolle durch ihre Arbeit etwas Positives bewirken. Auch in ihrer Freizeit zeigt sich dieses Engagement. Als Mitglied bei Rotaract, einer weltweiten gemeinnützigen Organisation für junge Menschen von 18 bis 30, lebt sie deren Motto «lernen, helfen, feiern». «Wir sammeln Geld für gute Zwecke, machen aber auch Firmenbesichtigungen oder Vorträge».

Reisen ist eine Leidenschaft der jungen Frau. So hat sie auch nach dem Bachelor ein Zwischenjahr gemacht. «Erst absolvierte ich drei Kurzpraktika in renommierten Zürcher Anwaltskanzleien. Dann ging ich mit meinem Freund einige Monate reisen», erinnert sie sich.

Die Luzernerin sieht sich in Zukunft aber nicht im Wirtschaftsrecht, sondern eher im – allenfalls internationalen – Kindesschutz. «Es geht um Menschen, das fasziniert mich sehr. Das Schreiben meiner Masterarbeit war sehr bewegend. Und mich hat vieles irritiert, so zum Beispiel, dass Richter zum Teil die Erkenntnisse anderer Fachgebiete wie der Sozialwissenschaften nur spärlich in ihre Entscheide einfliessen lassen.»

Ihr Weg führt Ramona Fischer nun erst mal zum Bezirksgericht in Willisau und dann zu einem Anwaltspraktikum, damit sie in Luzern ihre Anwaltsprüfung ablegen kann.

Hinweis: Liste aller Jus-Absolventen

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