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UNIVERSITÄT: Sie lobbyiert bei der UNO für Junge

Giada Crivelli (22) ist eine von drei Schweizer Jugenddelegierten der UNO. Kürzlich konnte sie in New York diplomatische Luft schnuppern und sich für ein Thema engagieren, das ihr besonders am Herzen liegt.
Roseline Troxler
Giada Crivelli (22) studiert Jus an der Universität Luzern. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 8. März 2017))

Giada Crivelli (22) studiert Jus an der Universität Luzern. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 8. März 2017))

Roseline Troxler

roseline.troxler@luzernerzeitung.ch

Giada Crivelli (22) legt einen gut gefüllten Ordner auf den Tisch. Darin abgelegt sind alle Unterlagen, die sie als Jugenddelegierte bisher gesammelt hat. Im Ordner verstaut ist auch eine Erklärung, die sie bei der UNO in New York vor wenigen Wochen vorgetragen hat. Doch dazu später mehr.

Die Tessinerin, die an der Uni Luzern Jus studiert, ist eine von drei Jugenddelegierten des Programms Youth Rep. Dieses wird von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) und vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten unterstützt und finanziert. Internationale Beziehungen haben die junge Frau schon lange fasziniert. Als sie vom Amt der Jugenddelegierten erfahren hat, zögerte sie nicht und reichte beim Youth-Rep-Programm ihre Bewerbung ein. Dieses wählt die Delegierten aus.

Sich zu engagieren, liegt ihr in den Genen

Sich für eine Sache zu engagieren, wurde Giada Crivelli in die Wiege gelegt. Auch ihr Vater ist in der freiwilligen Entwicklungszusammenarbeit tätig. «Ich muss mich einfach für eine Sache einsetzen», erklärt die quirlige Studentin, die mittlerweile fliessend Deutsch spricht.

Als Jugenddelegierte konnte sie auch auf der Weltbühne der Diplomatie Luft schnuppern. Im Februar war sie während zweier Wochen am UNO-Hauptsitz in New York. Als Mitglied der Schweizer Delegation konnte sie an einer Tagung der Kommission für soziale Entwicklung teilnehmen. «Es war ein tolles Gefühl, dass ich mein Land vertreten kann», sagt sie rückblickend. Doch Crivelli war auch überrascht – etwa von der Grösse der UNO.

An der Tagung hat Crivelli auch eine offizielle Erklärung abgegeben. Dabei ging es um die Themen geistige Gesundheit und die soziale Inklusion junger Menschen. «Psychische Probleme sind gerade bei Jungen noch immer ein Tabuthema.» Obwohl die wirtschaftlichen Folgen davon immens seien, werde viel zu wenig Geld investiert, betont Crivelli, die in Mendrisiotto aufgewachsen ist. Das Thema ist für sie eine Herzensangelegenheit, kennt sie doch betroffene junge Menschen.

Zu ihrem Auftritt bei der UNO sagt die Tessinerin: «Ich habe gespürt, dass ich als Junge ernst genommen werde. Die Rede war für mich ein emotionaler Moment.» Was sie damit bewirken konnte, könne sie nicht abschätzen. Sie sagt aber: «Wenn ich damit bloss eine Person inspirieren konnte, bin ich zufrieden.»

Mit ihrer Reise nach New York ist die Arbeit nicht getan – ganz im Gegenteil. Nun gilt es, die UNO den Jugendlichen in der Schweiz näherzubringen – etwa mit Schulbesuchen. Gleichzeitig will sie bei den Jungen den Puls fühlen und die Themen aufnehmen, welche diese beschäftigen. Weiter ist Crivellis Kalender gefüllt mit Tagungen, an welchen sie teilnimmt.

Jugenddelegierte ist nicht ihr einziges Engagement

Obwohl die Arbeit als Jugenddelegierte fordert, hält dies Giada Crivelli nicht von weiteren Engagements ab. So ist sie auch im Studierendenrat der Uni Luzern vertreten und setzt sich im Ausland für gemeinnützige Projekte ein. So reiste sie mehrmals nach Kuba, wo sie sich auch an einem Projekt zum Thema Wasserversorgung beteiligt hat. Bei der Frage, weshalb sie von Kuba so angetan ist, betont sie explizit, dass dies nichts mit der dortigen Politik zu tun habe. Ansonsten hält die Studentin sich diplomatisch zurück und sagt nur: «Ich spreche hier als Jugenddelegierte. Es gibt viele schöne Länder.»

Wie findet Giada Crivelli nebst den Engagements noch Zeit für ihr Studium? «Ich brauche glücklicherweise wenig Schlaf», sagt sie mit einem Lachen. Und sie nimmt in Kauf, dass sich die Studienzeit verlängert. Das sei kein Problem. Denn die Tessinerin unterstreicht: «Die Arbeit als Jugenddelegierte gibt mir auch für mein Studium enorm viel.»

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