Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

UNIVERSITÄT: Studenten streiten in Luzern um fiktive Grenzmauer

Jurastudenten aus ganz Europa messen sich in einem Verhandlungswettbewerb – unter anderem in Luzern. Der Fall dreht sich um einen umstrittenen Bau. Und war für das Team der Uni Luzern eine hohe Hürde.
Alexander von Däniken
Sieht aus wie echt, ist aber gespielt: eine angehende Juristin beim Plädoyer im Kantonsgericht Luzern.Bild: Corinne Glanzmann (16. Februar 2018 (Bild: ))

Sieht aus wie echt, ist aber gespielt: eine angehende Juristin beim Plädoyer im Kantonsgericht Luzern.Bild: Corinne Glanzmann (16. Februar 2018 (Bild: ))

Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@ luzernerzeitung.ch

Der Entscheid ist gefällt: Ein europäischer Staat errichtet eine Grenzmauer. Den Bau soll ein Unternehmen ausführen, das dem nationalen Parlament nahesteht. Die Beschwerde eines anderen Unternehmens wird abgewiesen. Dieses wehrt sich beim Europäischen Gerichtshof und verlangt, dass ein neuer Vergabeprozess eingeleitet wird.

Um diesen fiktiven Fall geht es heuer bei den vier Regional­finals des European Law Moot Court. Das ist ein internationaler Wettbewerb unter Studenten der Rechtswissenschaften, der jedes Jahr stattfindet. Erstmals nach 2012 ist auch Luzern wieder Schauplatz. Rund 80 Studenten und Richter aus aller Welt sind seit Donnerstag und bis Sonntag hier, verhandeln im Luzerner Kantonsgericht und heute im Kantonsratssaal.

«Gefühl für internationale Verhandlung»

Für einen der Regionalfinals konnte sich auch das Team der Universität Luzern qualifizieren. Es gehört damit zu den 48 besten von gegen 100 Teams. Giulia Censi, Sascha Briner, Clarissa David, Alexander Behrens und Manuel Megias haben ihre Verhandlung bereits hinter sich. Sie waren in den letzten Tagen in Belgrad und massen sich dort mit elf anderen Teams. Der Luzerner Manuel Megias (22) spricht auf Anfrage unserer Zeitung von einer wertvollen Erfahrung: «Man bekommt ein Gefühl für eine internationale Verhandlung unter richtigen Bedingungen.» Der Wettbewerb sei eine zusätzliche Herausforderung gewesen; genauso wie das Vortragen der Plädoyers auf Englisch und Französisch. Dafür habe man auch Kontakte mit Studenten aus anderen Ländern knüpfen können und – in der Freizeit – die kulturelle Seite Belgrads kennen lernen können.

Das Luzerner Team konnte sich nicht für den Final im Europäischen Gerichtshof in Luxemburg qualifizieren. «Klar, bedaure ich das ein bisschen, aber die Erfahrung ist auf jeden Fall höher zu gewichten», sagt Masterstudent Manuel Megias.

Die Aufgabe mit der Grenzmauer weist einen starken Donald-Trump-Bezug auf. Megias weist darauf hin, dass der European Law Moot Court auf aktuelle Themen achte, die zwar auch in Europa möglich sind – Stichwort Grenzzaun Serbien–Ungarn –, aber noch nicht in Luxemburg verhandelt worden sind. Wäre ein solcher Fall juristisch auch in der Schweiz denkbar? Zwar ist die Schweiz nicht in der EU, eine Schweizer Grenzmauer würde aber laut Megias auf jeden Fall die EU betreffen, weshalb die fiktive Aufgabe – juristisch gesehen – gar nicht abwegig wäre.

Megias strebt keine Karriere beim Europäischen Gerichtshof an, sondern will nach dem Masterabschluss das Anwaltspatent machen und dann im Sport- oder Wirtschaftsrecht arbeiten. «Da diese Bereiche ebenfalls international ausgerichtet sind, kann ich auf jeden Fall vom Wettbewerb profitieren», sagt der Luzerner. Abgesehen davon sei die Teilnahme ein schöner Eintrag im Lebenslauf. «Ich kann den Law Moot Court darum allen Jura-Studenten empfehlen.»

Hinweis
Heute messen sich im Kantonsratssaal die besten Teams. Die Verhandlungen sind öffentlich und beginnen um 9.30, 11 und 14 Uhr.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.