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UNIVERSITÄT: Studenten-Verein muss Uni Luzern verlassen

Der Seminarraum, den die Studentenorganisation der Uni Luzern nutzen kann, wird anderweitig gebraucht. Der Frust bei den Betroffenen ist gross – viele denken gar über einen Austritt nach.
Yasmin Kunz
Der Problemplatz hinter dem Universitätsgebäude. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Der Problemplatz hinter dem Universitätsgebäude. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Yasmin Kunz

yasmin.kunz@luzernerzeitung.ch

Das ist dicke Post, adressiert an die Studentenorganisation (SOL) der Universität Luzern: Sie muss bis Ende Mai ihr Büro im Universitätsgebäude geräumt haben – mangels Platz. Die Universität benötigt das jetzige SOL-Büro – ein Seminarraum – für Studenten des Medizin-Masters. Dies geht aus einer Mitteilung hervor, welche die Universität am Mittwoch der vergangenen Woche der SOL geschickt hat und die auch unserer Zeitung vorliegt.

Seit dem Einzug in das Unigebäude im Jahr 2011 hat die Organisation in diesem Seminarraum gewirkt. Der Zwangsumzug führt nun an die Zentralstrasse 28, also ausserhalb des Universitätsbaus. Der neue Standort ist via SBB-Unterführung und Velostation in wenigen Minuten erreichbar, wie dem Schreiben der Universität zu entnehmen ist. Zudem werde der Raum mit WLAN und Arbeitsplatzdrucker ausgestattet.

Das ist allerdings nicht genug, wie Yves René Lauber, Präsident der Fachschaft Jus, auf Anfrage unserer Zeitung sagt: «Die Lage an der Zentralstrasse ist ungeeignet für unsere Arbeit. Wir betreuen täglich Anliegen von Studenten, die vielleicht nur eine Frage zu ihrem Studiengang haben.» Durch die geografische Distanz werde das Angebot wohl kaum mehr wahrgenommen – «wir verschwinden sozusagen von der Bildfläche und das bedroht demzufolge auch unsere Existenz», so Lauber, der seit fünf Jahren die Fachschaft Jus der Universität Luzern, präsidiert.

Neues Büro ist fünf Mal kleiner

Doch damit nicht genug: Das neue Büro ist laut Lauber auch zu klein. Während die rund 30 Studenten von diversen Fachschaften und der Studentenorganisation heute einen Raum von rund 80 Quadratmeter zur Verfügung haben, wird das neue Büro noch über 16 Quadratmeter verfügen. Weiter können dort keine Arbeitsstationen eingerichtet werden. «Das ist ungünstig», sagt Lauber. «Wir alle brauchen unseren Arbeitsplatz, da wir täglich mehrere Stunden für die Organisation arbeiten.» Im Zwei-Wochen-Takt werden zudem Vorstandsitzungen abgehalten. Wie das in diesem kleinen Raum gehen soll, ist für ihn ein Rätsel.

Uni-Sprecher Dave Schläpfer gibt zu bedenken, dass der bisherige Raum auch als Lager-, Sitzungs- und Aufenthaltsraum dient. Lagerraum und Sitzungszimmer werde man der SOL weiterhin im Unigebäude zur Verfügung stellen können. Überdies findet Schläpfer, dass die Räumlichkeiten nach wie vor in guter Reichweite zur Uni liegen.

Im Schreiben an die SOL steht auch, dass es sich mit dem Umzug um ein Provisorium handelt, «das vermutlich nur bis im Sommer 2019» dauert. Stellt sich die Frage, wie realistisch ein Umzug zurück an die Uni ist, zumal die Studentenzahlen stetig zunehmen und mit dem Medizin-Master ein weiterer Studiengang angeboten wird. 2019 dürfte also wohl kaum mehr Platz zur Verfügung stehen. Schläpfer will dazu derzeit keine Prognose abgeben. Er sagt: «Im besten Fall wird ab dem Sommer 2019 zumindest an der Zentralstrasse markant mehr Platz zur Verfügung stehen.»

Uni: «Wir schätzen deren Arbeit sehr»

Der Präsident der Jus-Fachschaft, Yves Lauber, hätte sich im Vorfeld den Dialog mit den Verantwortlichen gewünscht. «Wir wurden mit dem Schreiben vor vollendete Tatsachen gestellt; das hat uns getroffen.»

Schläpfer betont, dass man «am Montag die SOL an einer persönlichen Besprechung über den Umzug und dessen Notwendigkeit informiert hat.» Er sagt, dass man bei der Uni Verständnis habe für den Unmut der betroffenen Studenten. «Wir schätzen deren Arbeit sehr, sind aber gleichzeitig überzeugt, dass letztlich eine vertretbare Lösung gefunden werden konnte.» Man würde die Bedenken der Studenten ernst nehmen, so Schläpfer. «Die Erfüllung der Aufgaben der SOL scheint uns auch am neuen Ort machbar.» Dass die Umgewöhnung Zeit brauche, sei selbstverständlich. Der Uni-Sprecher sagt, man werde mit der Studentenorganisation nach geeigneten Massnahmen suchen, damit weiterhin gute Kontaktmöglichkeiten zwischen den Studenten und der Organisation bestehen würden.

Derzeit würden die verschiedenen Fachschaften Sitzungen abhalten, wie sie nun weiter vorgehen wollen, sagt Jus-Student Lauber. Für ihn, der im Sommer sein Studium abschliesst, spielt es grundsätzlich keine grosse Rolle mehr, dennoch wird er sich für den Erhalt eines Büros an der Uni starkmachen. «Die Fachschaften haben beim Einzug in die Uni diese Organisation aufgebaut und massgeblich geprägt. Der Zulauf ist seither massiv gestiegen. Es wäre schade, wenn diese Ära nun zu Ende ginge.» Der Umzug muss grundsätzlich nicht das Aus bedeuteten. Doch Lauber weiss, dass viele Mitglieder der Organisation über den Austritt nachdenken.

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