Kommentar

Uhrenplatz Luzern im Lockdown: Der Herstellung von Luxusuhren gebührt Wertschätzung

Am Luzerner Schwanenplatz geht seit Wochen gar nichts mehr. Vielleicht schätzen die Luzernerinnen und Luzerner jetzt wieder mehr den Wert der millionenschweren Uhren- und Schmuckbranche.

Robert Knobel
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Robert Knobel, Ressortleiter Stadt/Region.

Robert Knobel, Ressortleiter Stadt/Region.

Dominik Wunderli

«Overtourism»: Können Sie sich noch erinnern an diesen Begriff? Noch vor wenigen Wochen stritt man sich in Luzern leidenschaftlich über die Massen von Touristen. Am Anfang der Coronakrise war denn auch Erleichterung zu vernehmen, dass Kapellbrücke und Schwanenplatz endlich wieder den Einheimischen gehören. Doch heute wirken die menschenleeren Uhrenmeilen unheimlich. Die Tatsache, dass bis vor kurzem 90 Prozent der dortigen Umsätze durch Gruppentouristen erzielt wurden, lässt das finanzielle Desaster erahnen.

Der Stadt Luzern werden kurzfristig Millionen an Steuereinnahmen aus der Uhren- und Schmuckbranche entgehen. Die Giganten Bucherer und Gübelin hingegen haben in den letzten Jahren gut gelebt und sind wohl nicht so schnell in ihrer Existenz gefährdet.  

Die Krise ruft uns aber ins Bewusstsein, wie wertvoll die Tourismus- und Uhrenindustrie für  Luzern  ist. Vielleicht werden die Luzernerinnen und Luzerner sogar wieder ein wenig stolz auf ihren Uhren- und Schmuck-Hotspot, der viel mehr ist als eine lästige Touristenfalle: Luzern hat eine lange Tradition nicht nur im Verkauf, sondern auch in der Herstellung von exklusiven Uhren und Schmuck. Dieses Knowhow verdient Wertschätzung. Hinzu kommt, dass die Branche nach wie vor grösstenteils in einheimischer Hand ist – was man von anderen Branchen, gerade in der Altstadt, nicht behaupten kann.