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Kommentar

Un*sinnige Sprache

Das Gender-Sternchen liegt offenbar im Trend. An Universitäten wird die sogenannt gendergerechte Sprache schon praktiziert. Das wirft Fragen auf.
Jérôme Martinu
Jérôme Martinu, Chefredaktor der Luzerner Zeitung.

Jérôme Martinu, Chefredaktor der Luzerner Zeitung.

Es nimmt zu. Anstelle der männlichen und weiblichen Form werden in der geschriebenen Sprache geschlechtsneutrale Begriffe verwendet oder gar neu geschaffen. Aus Studentinnen und Studenten werden Studierende, aus Lehrlingen und Lehrtöchtern Auszubildende, aus Lehrerinnen und Lehrer der Lehrkörper. Was da wohl noch kommt? Unternehmende, Kellnernde, Chauffierende, Schreinernde, Coiffierende und Regierungsratende? Die zunehmende Neutrumisierung der Sprache ist eine formalistische, insbesondere von behördlichen Institutionen forcierte Zwängerei. Inhaltlich mag das den Vorstellungen von politischer Korrektheit entsprechen, es ist letztlich aber ein brachialer Eingriff in die Sprachnatur.

Stellen Sie sich nun die Steigerungsform dieser Sprach-Neutrumisierung vor. In Zeitungen, auf Onlineportalen, in Büchern etc. würde eine sogenannt gendergerechte Sprache eingeführt. Es würden nicht nur weibliche und männliche Formen geschrieben, sondern auch konsequent die Gruppe der geschlechtslosen Menschen berücksichtigt. Und zwar so: Professor*innen, Student*innen, Kolleg*innen, Pfarrer*innen, Arbeitgeber*innen, Journalist*innen. Das Gender-Sternchen liegt offenbar im Trend, wird an Universitäten schon praktiziert – und auch der Bundesrat soll sich alsbald mit dem dritten Geschlecht befassen.

Unsere Sprache wird von den Medien, der Literatur und sehr massgeblich vom Alltag geprägt. So wie wir sie sprechen. Sie soll nicht künstlich, schwer lesbar, schwer verständlich, schwerfällig sein. Natürlich, Sprache ist wandelbar. Neue Begriffe tauchen auf, alte verschwinden. Das ist gut und richtig so. Die Schriftsprache soll lebendig bleiben und nicht von Behörd*Innen entstellt werden. Das wäre wirklich un*sinnig!

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