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Unterführung Wegmatt in Horw wird gebaut, die Zentralbahn-Passerelle dagegen ist gescheitert

Das Bundesverwaltungsgericht heisst den Bau der Unterführung Wegmatt in der Nähe des Bahnhofs Horw trotz hängiger Beschwerden gut. Die provisorische Passerelle beim Gleisübergang Krienser-/Horwerstrasse wird hingegen nicht realisiert.
Stefan Dähler
Die Baustelle in der Wegmatt, wo die Unterführung und eine neue Überbauung entstehen. (Bild: Pius Amrein, Horw, 14. März 2019)

Die Baustelle in der Wegmatt, wo die Unterführung und eine neue Überbauung entstehen. (Bild: Pius Amrein, Horw, 14. März 2019)

Die Gemeinde Horw kann die Hauptarbeiten für die Personenunterführung Wegmatt definitiv während der Totalsperre der Zentralbahnstrecke durchführen. Das Bundesverwaltungsgericht hat am Donnerstag den Beschwerden die aufschiebende Wirkung gerade noch rechtzeitig entzogen, wie die Zentralbahn auf Anfrage schreibt. Die Sperre beginnt bereits am Montag und dauert bis am 14. April.

Damit dürfte das Projekt gerettet sein. Die Eröffnung ist im Herbst geplant. Der Horwer Bauvorsteher Thomas Zemp (CVP) sagt:

«Ich bin erleichtert, nun
haben wir rechtliche Klarheit.»

Das Vorgehen des Gemeinderats war mit einem gewissen Risiko behaftet: Obwohl gegen das Projekt, das mit der Aufhebung der Bahnübergänge Krienser-/Horwerstrasse und Wegmattstrasse zwischen Kriens und Horw verknüpft ist, Beschwerden eingegangen waren, startete man mit den Vorbereitungsarbeiten (wir berichteten). Dies, um keine Zeit zu verlieren, denn die Hauptarbeiten müssen während der Totalsperre der ausgeführt werden. Hier ein Plan der Situation:

Zeitgleich stellte die Gemeinde Horwer den Antrag beim Bundesverwaltungsgericht, den Beschwerden die aufschiebende Wirkung zu entziehen – und hoffte auf einen rechtzeitigen Entscheid, der nun eingetroffen ist. Offen ist noch der eigentliche Streitpunkt – ob die Bahnübergänge aufgehoben werden. Dieser Entscheid steht noch aus.

Das Vorgehen sei tatsächlich riskant gewesen, sagt Zemp. Und fügt an:

«Aber wir haben von Anfang an transparent gehandelt und unser Vorhaben öffentlich gemacht.»

Bessere Optionen hatte der Gemeinderat zudem nicht, weil ohne Vorbereitungsarbeiten das Projekt frühzeitig gescheitert wäre. Weiter habe man von den Beschwerdeführern Stellungsnahmen eingeholt, die aufzeigen, dass sich diese im Grundsatz nicht gegen die neue Unterführung richten, sondern nur gegen die Aufhebung der Bahnübergänge. «Weil objektiv betrachtet niemand etwas gegen eine zusätzliche Personenunterführung haben kann, habe ich immer mit einem positiven Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts gerechnet», sagt Zemp.

Dennoch wurde es letzte Woche nochmals kritisch, als das Bundesverwaltungsgericht auf Antrag des VCS einen sofortigen Baustopp verfügte. Dieser dauerte aber nur zwei Tage, dann hob ihn das Gericht auf Antrag der Zentralbahn und der Gemeinde Horw wieder auf (wir berichteten).

Anwohner stoppen Passerelle

Ein anderes Projekt wird dagegen nicht realisiert: Eigentlich wollte die Zentralbahn demnächst mit dem Bau einer provisorischen Passerelle an der Krienser-/Horwerstrasse beginnen (wir berichteten). Aber: «Wir haben von zwei direkten Anstössern keine Zustimmung erhalten», sagt Gunthard Orglmeister, Leiter Infrastruktur bei der Zentralbahn. Sie hätten bemängelt, dass der 10 Meter hohe Gerüstbau störend und für Kinder sowie ältere Personen kaum nutzbar sei.

Das Provisorium sollte eigentlich als Ersatz dienen für die beiden Bahnübergänge an der Krienser-/Horwerstrasse und der Wegmattstrasse, die demnächst ausser Betrieb genommen werden. Dies, bis die Unterführung Wegmatt im Herbst eröffnet wird. «Wir haben das Provisorium kurzfristig geplant – nachdem die Beschwerden gegen die Aufhebung der Bahnübergänge eingereicht wurden», sagt Orglmeister. Das war im Januar der Fall. «Die Passerelle sollte eine Zwischenlösung für die Anwohner sein.» Hier hätte sie realisiert werden sollen:

(Bild: Pius Amrein, Kriens, 22. Februar 2018)

(Bild: Pius Amrein, Kriens, 22. Februar 2018)

Die Zentralbahn hat daher versucht, den Übergang schnell ohne ordentliches Baubewilligungsverfahren zu realisieren. Dies sei aber nur möglich, wenn die Anwohner einverstanden sind. Orglmeister:

«Nun ein Baubewilligungsverfahren zu starten, hat keinen Sinn. Da es ohnehin Einsprachen geben wird, würde dieses
Monate dauern.»

Also länger, als die Passerelle stehen bleiben sollte.

Die Bahnübergänge bleiben nun mindestens bis am 7. April geöffnet. Danach werden sie geschlossen, weil gegen Ende der Totalsperre Transportfahrten auf der Strecke vorgesehen und die Übergänge im neuen Stellwerk in Horw nicht mehr eingeplant sind. Werden die Beschwerden gutgeheissen, müsste das Stellwerk entsprechend nachgerüstet werden.

Krienser Stadtrat ist auf Widerstand vorbereitet

Der Krienser Stadtrat nimmt den Verzicht auf die Passerelle zur Kenntnis. «Wir hoffen nun, dass das Bundesverwaltungsgerichtsurteil schnell vorliegt und dieses so ausfällt, dass man die Übergänge wieder in Betrieb nehmen kann», sagt Bauvorsteher Matthias Senn (FDP).

Falls das Gericht jedoch anders entscheidet, kommt für die Stadt auch eine Passerelle als Ersatz in Frage. Was bedeutet der Widerstand der Anwohner für diese allfälligen Pläne? «Es ist und bewusst, dass ein solches Vorhaben kompliziert ist», sagt Senn. «Aus diesem Grund will der Stadtrat nun auch eine Unterführung abklären lassen, weil eine solche auf weniger Widerstand stossen würde. Dafür wäre sie aber teurer.» Die beiden Varianten würden dann – bei einer Aufhebung der Übergänge – gegenübergestellt.

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