Unterirdische Güterbahn
Anschluss an Cargo sous terrain: Der Luzerner Regierungsrat soll beim Bund Interesse signalisieren

Ab 2030 sollen Güter in der Schweiz unterirdisch transportiert werden. Der Anschluss der Zentralschweiz erfolgt aber erst in einem zweiten Schritt. Ein Postulant fordert, der Kanton Luzern solle bereits jetzt Massnahmen einleiten.

Reto Bieri und Niels Jost
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Künftig soll der Güterverkehr unter dem Boden abgewickelt werden. Möglich machen soll dies Cargo sous terrain, ein von der Privatwirtschaft lanciertes Projekt. Dieses sieht vor, Güter rund um die Uhr von selbstfahrenden, unbemannten Fahrzeugen mit 30 Stundenkilometern transportieren zu lassen. Die Kosten für den Bau werden auf rund 33 Milliarden Franken geschätzt. Das erste Teilstück soll den Grossraum Zürich mit den Verteilzentren in Härkingen-Niederbipp verbinden.

Gütertransport unter dem Boden: So könnte ein Fahrzeug von Cargo sous terrain aussehen.

Gütertransport unter dem Boden: So könnte ein Fahrzeug von Cargo sous terrain aussehen.

Visualisierung: Cargo sous terrain

Auch der Kanton Luzern und damit die Zentralschweiz sollen angeschlossen werden, allerdings erst in einem zweiten Schritt. In einem Postulat fordert nun Kantonsrat Daniel Piazza aus Malters (Die Mitte), der Kanton Luzern solle jetzt schon entsprechende Signale nach Bern aussenden und Massnahmen prüfen und einleiten, zum Beispiel die Verkehrsplanung.

Mit Cargo sous terrain könne man das steigende Transportvolumen bewältigen und das bestehende Strassen- und Bahnnetz entlasten, schreibt Piazza. Die Vorteile seien gross für den Kanton Luzern, speziell für seine bedeutende Logistikbranche, die bei Cargo sous terrain teilweise schon an Bord sei.

Der Vorstoss ist breit abgestützt, Vertreterinnen und Vertretern sämtlicher Parteien haben ihn unterschrieben. Das freut Daniel Piazza, wie er auf Anfrage sagt: «Das zeigt, dass Cargo sous terrain parteiübergreifend auf Interesse stösst. Es wäre toll, wenn sich der Kanton Luzern für das Megaprojekt einsetzen würde.»

Regierung unterstützt das Vorhaben im Grundsatz

Tatsächlich äussert sich der Luzerner Regierungsrat in seiner am Montag publizierten Antwort wohlwollend. Sie unterstützt Piazzas Prüfantrag und empfiehlt dem Kantonsrat, das Postulat erheblich zu erklären. Die Regierungs schreibt, man habe bereits vor zwei Jahren bei der Vernehmlassung zum Entwurf des Bundesgesetzes über den unterirdischen Gütertransport die Vorlage grundsätzlich gutgeheissen. Es bestehe Bedarf, das Güterverkehrsaufkommen auf der Strasse zu reduzieren.

Für den Kanton Luzern würden sich aus Cargo sous terrain Chancen, aber auch Risiken ergeben. Als ersteres bezeichnet die Regierung die Entlastung der Autobahn A2 sowie geringere negative Umweltauswirkungen durch den Güterverkehr, wenn er unterirdisch erfolgt. Risiken seien die mögliche Schädigung der Grundwasserschutzzonen oder ein höheres Verkehrsaufkommen rund um den geplanten Hubstandort.

«Eine riesige Chance für die Zentralschweiz»

Weiter schreibt die Regierung, das Projekt könne im Rahmen der laufenden Richtplanrevision weiter verankert werden. Auch würden mit dem Projekt Güterverkehrs- und Logistikkonzept des Kantons Luzern bereits konzeptionelle Grundlagen erarbeitet.

Die Antworten des Regierungsrats bezeichnet Daniel Piazza als« sehr erfreulich». Cargo sous terrain sei eine riesige Chance für die Logistikbranche und den Standort Zentralschweiz, diese man nutzen müsse. «Der Regierungsrat soll die Voraussetzungen schaffen und so den privaten Initianten sein Interesse am Projekt signalisieren», sagt Piazza.

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