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Unterirdische Velostation und neuer Bushof: So soll sich der Bahnhof Sursee bis 2023 verändern

Der Stadtrat Sursee möchte das Bahnhofareal komplett umbauen. Geplant ist etwa ein Tunnel für 1000 Velos.
Ernesto Piazza

Züge, Busse, Autos, Velos und Fussgänger: Der Bahnhofplatz Sursee muss viel Frequenz schlucken. Täglich steigen dort rund 20'000 Bahn- und Buspassagiere ein und aus. Aufgrund der engen Platzverhältnisse wird das Nadelöhr den heutigen Ansprüchen nicht mehr gerecht.

Um diese Situation zu verbessern, wurde bereits vor einiger Zeit der Masterplan Bahnhof Sursee erstellt. Er zeigt die Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Areals sowie seiner unmittelbaren Umgebung auf. Der Stadtrat möchte in dem Gebiet «einen attraktiven, öffentlichen Raum schaffen», erklärt Bauvorsteher Bruno Bucher.

(Bild: Dominik Wunderli, Sursee, 11. Juli 2019)

(Bild: Dominik Wunderli, Sursee, 11. Juli 2019)

Der Surseer Bahnhofplatz soll künftig das Eingangstor zur Stadt bilden und einen ansprechenden Ersteindruck bei den Besuchern hinterlassen. Gleichzeitig ist vorgesehen, das Areal als Grundlage für prosperierende wirtschaftliche Tätigkeiten zu nützen.

17,5 Millionen Franken als grobe Kostenschätzung

Kürzlich hat die hierfür ins Leben gerufene Begleitgruppe die Interessierten – die sogenannten Stakeholder – über den aktuellen Stand informiert. Sie sollen sich zum geplanten Ausbau äussern und ihre Anliegen und Wünsche einbringen können.

Das verabschiedete Vorprojekt steht hauptsächlich auf drei Säulen: einer unterirdischen Velostation, einem Bushof und einer generellen Neugestaltung des Bahnhofplatzes (siehe Grafik). Hierfür spricht man von total rund 17,5 Millionen Franken. Wobei Bucher klar sagt: «Es handelt sich um eine grobe Kostenschätzung, die auf den aktuellen Begebenheiten basiert.» Deren Genauigkeit liegt nach heutigem Projektstand bei plus/minus 25 Prozent.

Platz für Anhänger und Akkuladestation

Die unterirdische Velostation erstreckt sich auf eine Länge von zirka 160 Meter, was ungefähr der Hälfte des ganzen Bahnhofplatzes entspricht. Sie ist 9,5 Meter breit und 3,2 Meter hoch. Die Anlage wird zweistöckig und soll direkt an zwei bestehende Personenunterführungen (Nord und Mitte) angebunden werden. Sowohl von der Industrie-/Leopoldstrasse wie von der Bahnhofstrasse her sind Zufahrtsrampen vorgesehen.

Geplant sind rund 1000 Veloabstellplätze. Die Anzahl ist abhängig von der Aufteilung in frei zugängliche und abgeschlossene Standplätze. Bei letzteren könnten etwa die Akkus von Elektrovelos geladen werden. Und es besteht die Möglichkeit, Velos mit Anhänger oder Lastenvelos unterzubringen. Eine personelle Betreuung und Reparaturdienste in Werkstatträumen und eine öffentliche Toilettenanlage sind wegen der engen Platzverhältnisse aber nicht vorgesehen.

Bauvorsteher Bucher geht davon aus, dass das Velo bei der Mobilitätsentwicklung eine wichtigere Rolle spielen wird. Daher stellt sich die Frage, ob die rund 1000 Plätze längerfristig ausreichen.

Bucher ist zwar der Ansicht, «dass sich das Ganze einpendeln muss».

Dennoch denke man über unterirdische Erweiterungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit einem allfälligen Bau einer dritten Personenunterführung Süd nach. Weitere Optionen würden sich mit der Umsetzung der geplanten privaten Neubauprojekte west- und ostseitig der Gleisanlagen ergeben. Entsprechende Anfragen seien von den Investoren wohlwollend aufgenommen worden.

Noch offen ist, ob Abstellplätze, die räumlich abschliessbar sind, kostenpflichtig sein sollen. Bucher könnte sich vorstellen, dass man für den «gebotenen Komfort etwas bezahlen muss». Ein Entscheid sei aber längst nicht gefallen und man arbeite bei dieser Frage unter anderem auch mit den Verantwortlichen von Pro Velo Schweiz zusammen.

Busperrons: Überdacht und behindertengerecht

Beim Bushof soll die Variante «Insel» zum Zuge kommen. Kernstück dieser Version ist eine überdachte Busperronanlage mit gesamthaft acht behindertengerechten Haltekanten. Diese Form der Ausgestaltung sei das A und O, sagt Stadtrat Bucher. Zusätzlich ist im Bereich Personenunterführung Mitte der Bau von zwei weiteren, aber nicht überdeckten Haltekanten geplant. Auch diese sollen behindertengerecht für sogenannte «Durchmesserlinien» erstellt werden. Dort halten Busse nur zum Ein- und Aussteigen. Ein Beispiel für eine solche Durchmesserlinie wäre etwa die Linie Campus-Bahnhof-Spital.

Ein wichtiger Punkt bei der Neugestaltung des Bahnhofplatzes ist, ihn künftig vom motorisierten Individualverkehr frei zu halten. Diesen will man auf das übergeordnete Strassennetz führen. Für die Betriebe am heutigen Bahnhofplatz sollen die Zugänge jedoch offen bleiben. Weiter ist geplant, im gesamten Gebiet die Aufenthaltsqualität zu steigern. Das soll zum Beispiel mit einer modernen Bushof-Bedachung, mit einer attraktiven Strassenraumgestaltung, mit einer dezenten Beleuchtung und mit einer begleitenden Begrünung geschehen.

Die Termine der Bauarbeiten sind momentan noch nicht genau definiert. Die einzelnen Schritte seien stark von der Detailplanung abhängig und müssten letztendlich zusammen mit dem beauftragten Bauunternehmer definiert werden, sagt Stadtrat Bruno Bucher. Eine grosse Herausforderung bei einem Projekt von solcher Zeitdauer sieht er darin, dass wegen des längerfristig vorgesehenen vierten Gleises zum heutigen Zeitpunkt keine Fehlinvestitionen getätigt werden.

«Es soll in langen Zeiträumen gedacht werden», sagt Bucher.

Das Projekt müsse gemäss Masterplan «aufwärts kompatibel» sein, erklärt Bucher. Eine zusätzliche Knacknuss sei, den Betrieb des Bahnhofs während der Bauphase aufrecht zu erhalten. Durchaus möglich ist, dass zum Beispiel für den Billettbezug zeitweise auch Container eingesetzt werden.

Baukredit soll Mitte 2021 vors Stimmvolk

An den rund 17,5 Millionen Franken sollen sich verschiedene Player beteiligen. Das heisst: Neben der Stadt Sursee ist ebenfalls der Kanton gefordert. Mit ihm und seinen Dienststellen steht man in Verhandlungen. Weiter hofft der Stadtrat für den Bau der unterirdischen Velostation auf Unterstützung von den Nachbargemeinden und den SBB.

Momentan führen die Verantwortlichen mit diversen Anstössern, Grundeigentümern und Parteien Gespräche. Zudem wird die Begleitgruppe für eine breite Vernehmlassung in den Prozess mit einbezogen. Im Spätsommer sollen die Rückmeldungen vorliegen.

Bis Ende Jahr will man das Bauprojekt für die öffentliche Auflage erarbeiten. Diese ist für Frühling 2020 vorgesehen. Geplant ist, den Baukredit Mitte 2021 vors Stimmvolk zu bringen. Der früheste Baubeginn ist auf Herbst 2021 terminiert. Die Arbeiten dürften zwei bis drei Jahre dauern. Das heisst: Der Bushof und die Velostation könnten auf den Fahrplanwechsel 2023 oder 2024 in Betrieb genommen werden.

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