UNTERLÖCHLI: Die Kirchgemeinde will 110 Wohnungen bauen

Letzten Herbst hat die Katholische Kirchgemeinde Luzern beschlossen, ihre Finanzliegenschaften professionell zu bewirtschaften, um Einkünfte für die kirchlichen Tätigkeiten zu generieren. Nun wirds konkret – im Quartier Unterlöchli der Stadt Luzern.

Drucken
Teilen
So stellen sich die Planer das realisierte Projekt vor. (Visualisierung pd)

So stellen sich die Planer das realisierte Projekt vor. (Visualisierung pd)

Auf Antrag des Kirchenrats genehmigte das Kirchenparlament den Projektierungskredit «Mitbauen an der Gartenstadt Unterlöchli», der schliesslich ein Investitionsvolumen von 52,5 Millionen Franken auslösen soll, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Es braucht noch mehr Land
Das Projekt umfasst die Baufelder A und B des Gestaltungsplans Unterlöchli mit je rund 55 Wohnungen (an die Hünenbergstrasse angrenzend). Um das Vorhaben zu realisieren, muss die Kirchgemeinde vorher noch Land (rund 6500 m²) und Ausnützung (rund 3000 m²) von der Stadt Luzern und dem Nachbarn Gesellschaft Landgut Unterlöchli erwerben. Das Kirchenparlament nahm von einem entsprechenden Offertpreis in zustimmenden Sinn Kenntnis. 

Das finanzielle Konzept beruht darauf, dass die Kirchgemeinde langfristige, nachhaltige Erträge aus Mietwohnungen erzielen will. Um diese Wohnungen finanzieren und in einem mittleren Preissegment positionieren zu können, setzt der Kirchenrat auf eine Mischrechnung. Im Baufeld B werden Eigentumswohnungen entstehen. Diese werden verkauft und aus dem Erlös werden die Mietwohnungen im Baufeld A mitfinanziert. Gemäss den Berechnungen von Fachleuten erbringen die Mietobjekte auf diese Weise einen jährlichen, nachhaltigen Ertrag von 340'000 Franken, wie es weiter heisst

Siedlungspolitisch wertvoll – finanziell lohnend
«Der Ertrag entspricht dreieinhalb Stellen oder unserem jährlichen Entwicklungshilfebudget oder dem Beitrag an die kirchliche Gassenarbeit», sagte Kirchenratspräsidentin Teres Steiger bei einer vorgängigen Medienorientierung. Sie betonte, dass der Kirchenrat die möglichen Risiken des Projekts gut abgeklärt habe und dann dem Ratschlag aller Immobilien- und Finanzfachleute gefolgt sei, selber Wohnungen zu bauen. Das sei auch ein wichtiges Zeichen für die Wirtschaft, die durch die Kirchensteuer zu den seelsorgerlichen, sozialen und kulturellen Tätigkeiten der Kirche beitrage.

Der Leiter des Ressorts Bau im Kirchenrat, Herbert Mäder, zeigte vor dem Parlament die siedlungspolitischen und architektonischen Qualitäten des Projekts im Rahmen des Gestaltungsplans auf: «Das Konzept mit kommunikativen Begegnungszonen zwischen den Häusern und mit grosszügigen Grünflächen verspricht – verbunden mit einer guten Lage – hohen Wohnwert. Solche Wohnungen im mittleren Preissegment sind begehrt, denn die meisten neuen Angebote in Luzern sind im oberen Niveau angesiedelt.» Gemäss ihrer Energiepolitik wolle die Kirchgemeinde im Unterlöchli schliesslich eine auch ökologisch vorbildliche Siedlung realisieren.

Zwei Mitglieder in die Baukommission
Die Diskussion zeigte, dass das Parlament bei dem umfangreichen Projekt grossen Wert auf eine genaue Risiko- und Kostenkontrolle legt, heisst es weiter. Dazu stellte die Fraktion rechtes Ufer den Antrag, dass zwei Mitglieder des Grossen Kirchenrates in der Baukommission Einsitz nehmen sollten. Der Kirchenrat erklärte sich bereit, dieses Anliegen bei der Zusammensetzung der Baukommission zu berücksichtigen. Allerdings wolle er bei der Berufung der Kommission vor allem Fachkompetenzen bewerten und keine Vermischung von Legislativ- und Exekutivkompetenzen insinuieren.

Schliesslich stimmte der Rat der Vorlage des Kirchenrates grossmehrheitlich Stimmen bei drei Enthaltungen zu. Im nächsten Mai wird dann der Baukredit im Parlament beraten, und im Herbst 2009 haben die Stimmberechtigten der Kirchgemeinde das letzte Wort zum Projekt.

scd