UNTERSCHRIFTENSAMMLUNG: Luzerner lancieren Initiative zur Todesstrafe

Jetzt werden Unterschriften für die Einführung der Todesstrafe in der Schweiz gesammelt. Vier Personen aus der Zentralschweiz sind im Initiativkomitee.

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«Die Todesstrafe ist die gerechte und logische Strafe für solche Verbrechen.» (Bild ab Homepage)

«Die Todesstrafe ist die gerechte und logische Strafe für solche Verbrechen.» (Bild ab Homepage)

Eine Gruppe Bürger will in der Schweiz die Todesstrafe einführen und hat am Dienstagmorgen die Unterschriftensammlung lanciert. Im Initiativkomitee, das aus sieben Personen besteht, sitzen auch zwei Obwaldner aus Kerns und zwei Luzerner aus Emmenbrücke. Ebenfalls im Komitee sitzt der Knonauer Marcel Graf. «Blick am Abend» schreibt seiner aktuellen Ausgabe, dass der Hass auf den mutmasslichen Mörder seiner kambodschanischen Schwägerin Graf angetrieben habe. Die 28-Jährige wurde im April 2009 tot in ihrer Wohnung in Kriens aufgefunden ( siehe Artikelverweis ).

Prüfung steht noch aus
Die Bundeskanzlei konnte keine formalen Hindernisse feststellen, so dass die Initiative am Dienstag im Bundesblatt veröffentlicht wurde. Das Komitee fordert die Todesstrafe gemäss Homepage für Personen, die «in Kombination mit einer sexuellen Handlung mit einem Kind, sexueller Nötigung oder Vergewaltigung eine vorsätzliche Tötung oder einen Mord begehen». Der Inhalt der Initiative wird erst nach dem Zustandekommen geprüft. Den Entscheid über die Gültigkeit des Volksbegehrens trifft das Parlament. Die Sammelfrist läuft bis am 24. Februar 2012. Benötigt werden 100'000 Unterschriften.

«Logische und konsequente Massnahme»
Auf der Homepage lässt Mitinitiant Marcel Graf aus Knonau verlauten: «Die Initiative ist die Antwort auf alle Verbrechen, die einem Menschen das Leben und dessen Würde durch unvorstellbare und grausame Handlungen entreissen. Die Todesstrafe ist in solchen Fällen eine tragische aber letztendlich logische und konsequente Massnahme. Geben wir den Opfern einen Teil Ihrer Würde zurück und ermöglichen den Hinterbliebenen einen Neuanfang.»

Die Schweiz hat die Todesstrafe in zivilen Angelegenheiten 1942 abgeschafft. 1992 ist die Todesstrafe auch aus dem Militärrecht verschwunden. Die letzte Hinrichtung in der Schweiz wurde am dreifachen Mörder Hans Vollenweider im Kanton Obwalden vollzogen. Er wurde am 18. Oktober 1940 in Sarnen, mittels der von Luzern ausgeliehenen Guillotine, hingerichtet.

rem/bb