UNTERSCHRIFTENSAMMLUNG: Unterschriften gegen Kürzungen: Musikschulen bewegen Tausende

Das Referendum gegen die Kürzung der Kantonsbeiträge an den Instrumentalunterricht ist unter Dach und Fach. Auch widrigste Umstände konnten daran nichts ändern.

Evelyne Fischer
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Hannes Süess in der Klavierstunde bei Christine Jakob. (Bild: Dominik Wunderli (Emmen, 2. November 2015))

Hannes Süess in der Klavierstunde bei Christine Jakob. (Bild: Dominik Wunderli (Emmen, 2. November 2015))

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

Dieses Anliegen findet Gehör: Gegen die Halbierung der Kantonsbeiträge an die Musikschulen sind bereits über 4000 Unterschriften beisammen. Die meisten Bögen wurden am Samstag unterzeichnet: Mit Platzkonzerten und Aktionen im ganzen Kanton Luzern rührten Musikschüler und ihre Lehrer für das Anliegen die Werbetrommel. «Der Grosserfolg beim Sammeln stimmt zuversichtlich, dass der Abbau verhindert werden kann», schreibt das überparteiliche Komitee in der gestrigen Medienmitteilung.

Das Referendum ergriffen hat der Verband für die Musikschulen des Kantons Luzern zusammen mit dem Verein der Musiklehrer, dem Verband des Personals öffentlicher Dienste und der Luzerner Allianz für Lebensqualität. Nötig dafür sind 3000 Unterschriften. So soll verhindert werden, dass der Kanton als Massnahme des Sparprogramms KP 17 die Pro-Kopf-Beiträge an die Musikschulen kürzt: von heute durchschnittlich 350 Franken auf deren 175. Das Parlament hatte den Vorschlag der Regierung gestützt (Ausgabe vom 13. Dezember 2016).

«Luzern als Musikkanton bewahren und fördern»

Von der Halbierung erhofft sich die Regierung ab 2018 Einsparungen von jährlich 1,8 Millionen Franken. Diesen Betrag müssen künftig die Gemeinden selber aufbringen – oder die Eltern via höhere Schulgelder. Dies wollen die Verantwortlichen verhindern. «Unser Ziel ist eine ganzheitliche Bildung, die sich alle leisten können», sagt Franz Grimm, Präsident des Verbands für die Musikschulen im Kanton Luzern. Die Halbierung der Kantonsbeiträge sei ein Angriff auf die Chancengleichheit. «Luzern ist mit seinen Chören, den unzähligen Blasmusikvereinen, Orchestern und Jodelklubs ein Musikkanton. Dies wollen wir bewahren und weiter fördern.» Daher werden die Betroffenen bis Ablauf der Referendumsfrist vom 15. Februar weitersammeln und die Bögen um 14 Uhr «mit einer speziellen Aktion» übergeben. Mit einer «grossen Zahl an Unterschriften» wolle man «ein Zeichen» an Kantons- und Regierungsräte senden.

«Sehr zufrieden» zeigt sich Grimm mit Blick auf den Sammeltag in klirrender Kälte: «Instrumente froren ein, Kugelschreiber gaben den Geist auf. Unter widrigsten Bedingungen haben wir für unser Anliegen gekämpft.» Mit Erfolg. «Wir wurden offen empfangen, spürten, dass unsere Arbeit geschätzt wird.» Er hoffe, dass diese Unterstützung auch bei der Abstimmung zum Tragen komme. Voraussichtlich am 21. Mai wird über die Vorlage an der Urne befunden.

SVP: 2200 Unterschriften gegen höhere Steuern

Nicht nur Musikverbände sammeln derzeit Unterschriften für ein Referendum: Auch die SVP hat dieses ergriffen – gegen die Erhöhung des Steuerfusses um 0,1 auf 1,7 Einheiten. «Die Hälfte der Zeit ist um, aber wir haben noch kaum die Hälfte der Unterschriften beisammen», sagte Franz Grüter, Präsident der SVP-Kantonalpartei und Nationalrat, kürzlich an der Delegiertenversammlung (Ausgabe vom 18. Januar). Bislang seien 2200 Unterschriften beisammen, sagt Grüter auf Anfrage. Ende Monat wolle man bei 3000 sein. Er sei kein Schwarzmaler. «Aber ich rufe nicht mitten in der Sammlung zum Zurücklehnen auf.» 

Er glaube, das Ziel sei zu erreichen. «Bisher haben wir noch jedes Referendum zu Stande gebracht.» Aufgrund der späten Publikation und der Festtage sammle die SVP «faktisch» erst seit zwei Wochen. «Und dies bei misslicher Witterung.» (fi)