«UNTERWALDEN»: Gas-Dampfschiff ist dem Bund nicht geheuer

Der Vierwald­stättersee-Dampfer «Unterwalden» soll im Zug der Sanierung von Öl- auf Gasfeuerung umgestellt werden – vor allem aus Gründen des Umweltschutzes. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) zögert aber noch mit einer Bewilligung.

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Das (Noch-)Dampfschiff Unterwalden im Luzerner Seebecken. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Das (Noch-)Dampfschiff Unterwalden im Luzerner Seebecken. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Bei der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee (SGV) bestätigte man am Dienstag einen Bericht der «Neuen Zürcher Zeitung» (NZZ). Laut Ruedi Stadelmann, Leiter SGV-Schiffstechnik, hat man in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Technik und Architektur Luzern ein neue Technik mit Gasfeuerung entwickelt.

Dampfschiffe haben einen hohen Ölverbrauch und einen entsprechenden CO2-Ausstoss. Zum Vergleich: Ein Dampfschiff braucht für die Strecke Luzern-Flüelen-Luzern rund 2000 Liter Öl, ein vergleichbares Motorschiff etwa 400 Liter.

Mehrkosten von 2 Mio. Franken
Obwohl der Preis für Gas zurzeit unter jenem für Öl liegt, geht es der SGV laut Stadelmann bei der neuen Technologie nicht in erster Linie um Kosteneinsparungen – auch wenn langfristig mit einer weiteren Verteuerung des Öls zu rechnen sei.

Die Mehrkosten für die Umrüstung der «Unterwalden» auf Gas beziffert Stadelmann auf rund 2 Mio. Franken; 1,5 Mio. Franken entfallen auf die Anlagen an Land, die «Tankstelle», und 0,5 Mio. Franken auf die Installation der neuen Technologie im Schiff.

Diese neue Technologie ist noch wenig verbreitet. In Deutschland wird ein kleineres Passagierschiff auf der Alster damit angetrieben, ausserdem sind neue U-Boote damit ausgerüstet. Für ein grösseres Passagierschiff wie die «Unterwalden» wäre die Gasfeuerung ein Novum.

Zurückhaltung beim Bundesamt für Verkehr
Ob es dazu kommt, hängt vom Bundesamt für Verkehr (BAV) ab. Das Amt mit einer Bewilligung. Es stützt sich dabei auf die Ausführungsbestimmungen zur Schiffbauverordnung. Diese verbietet Brennstoffe mit einem Flammpunkt unter 55 Grand für Schiffe in der Grössenordnung der «Unterwalden».

Entsprechend zurückhaltend zeigt sich das BAV. Die SGV erhalte in den nächsten Tagen Bescheid, erklärte Pressesprecher Davide Demicheli gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Zum Inhalt wolle sich das Bundesamt nicht äussern. Der Umweltschutz sei ein Aspekt, die Sicherheit ein anderer. «Und die Sicherheit spielt für uns eine grosse Rolle.»

Die SGV muss spätestens Ende Oktober wissen, ob Gas bewilligt wird oder ob es beim Öl bleibt. Denn dann beginnen die allgemeinen Sanierungsarbeiten. Fällt der BAV-Entscheid negativ aus, wären die bisherigen Investitionen von rund einer Viertelmillion in die neue Technologie vorerst vergeblich gewesen.

sda