UNWETTER: Heftige Regenfälle sorgen für Schäden

Überflutete Strassen, rutschende Hänge und unterbrochene Bahnverbindungen: Kurzer, aber heftiger Regen hat am Freitagabend und in der Nacht auf Samstag von Freiburg bis Glarus für Einsätze von Polizei und Feuerwehr gesorgt. In Bern droht die Aare über die Ufer zu treten.

Drucken
Teilen
Die Bahnunterführung bei Schachen steht unter Wasser. (Bild: Leserbild Christian Burri)

Die Bahnunterführung bei Schachen steht unter Wasser. (Bild: Leserbild Christian Burri)

Im Kanton Luzern war am Freitagabend ein Erdrutsch beim Viadukt auf die Kantonsstrasse zwischen Wolhusen und Entlebuch niedergegangen. Auf der Autobahn A2 zwischen Rothenburg und Sursee kam es zu Stau wegen Wasser auf der Fahrbahn. Auf der Kantonsstrasse zwischen Sempach und Hildisrieden sorgte noch am morgen Wasser auf der Fahrbahn für Verkehrsbehinderungen.

Die Messstelle Entlebuch von Meteoschweiz verzeichnete um 21 Uhr eine Niederschlagsmenge von über 12 Millimetern. Bei der Luzerner Polizei waren am Abend zahlreiche Unwettermeldungen eingegangen.

Der Regen hat zu ansteigenden Flüssen geführt. So lag der Pegelstand der Engelbergeraa um einen ersten Alarmwert. Und in Engelberg tobte der Bach über die Fürenwand.

Erdrutsch reisst 30 Bäume mit

Besonders betroffen von den Regenfällen war auch der Kanton Freiburg, wo am Freitagabend gleich zwei Hänge ins Rutschen kamen. Zwischen 150 und 200 Kubikmeter Erdreich und rund 30 Bäume lösten sich bei Bürglen aus einer Felswand und verschütteten die Strasse. Die Strasse wird vorerst gesperrt bleiben, bis ein Geologe die Hangstabilität vor Ort untersucht hat.

Rund 50 Kubikmeter Erde lösten sich ebenfalls am Freitagabend in Alterswil FR. Der Hangrutsch ereignete sich ausgerechnet an jenem Ort, wo derzeit das Freilichttheater «Falli Hölli» aufgeführt wird - das Stück thematisiert einen Erdrutsch von 1994, als ein riesiger Hang mit 37 Gebäuden 200 Meter bergab rutschte. Die Freitagsvorstellung musste abgesagt werden, wie die «Freiburger Nachrichten» vermeldeten.

Bereits am Freitagnachmittag war in Charmey FR ein Bach über die Ufer getreten und hatte die Jaunpassstrasse zwischen Charmey und Im Fang verschüttet. Die Strasse blieb während der Aufräumarbeiten für über sieben Stunden gesperrt. Auch das Untergeschoss eines Wohnhauses wurde unter Wasser gesetzt. Die Polizei verzeichnete auf dem ganzen Kantonsgebiet 19 Wassereinbrüche in Wohnhäuser, vorwiegend in den Bezirken Saane und Sense.

Am Abend war die BLS-Linie Bern-Flamatt-Laupen wegen Hochwassers teilweise gesperrt, wie einer Bahnverkehrsinformation zu entnehmen war.

Kritische Pegelstände und Überflutungen in der Region Bern

Im Kanton Bern drang laut Auskunft der Polizei in zwei Fällen Wasser in Keller von Gebäuden ein. In Biel stürzte zudem ein Baum auf ein abgestelltes Auto. Verletzt wurde niemand.

Weil die Pegelstände des Brienzer- und Thunersees eine kritische Höhe erreicht haben, muss die Abflussmenge aus dem Thunersee erhöht werden, teilte die Stadt Bern mit. Da am Samstagabend weitere Niederschläge erwartet würden, verschärfe sich die Situation in der Stadt Bern zusätzlich. Die Feuerwehr hat damit begonnen, Sperrelemente einzubauen.

Bereits am Samstag wurden im Kanton Bern vereinzelt Keller überschwemmt. In Biel stürzte zudem ein Baum auf ein abgestelltes Auto. Verletzt wurde niemand.

Auch weiter östlich waren die starken Regenfälle - in Weesen SG fielen um Mitternacht rund 16 Millimeter Niederschlag - spürbar. So musste etwa die Zugstrecke zwischen Uznach SG und Ziegelbrücke wegen Hochwassers vorübergehend gesperrt werden. Nach 6 Uhr verkehrten die Züge wieder planmässig.

Etwas gesehen? Werden Sie Leserreporter!

Überschwemmung? Heftiger Regen? Erdrutsch? Haben Sie etwas fotografiert? Dann werden Sie Leserreporter! Schicken Sie uns Ihr Bild und/oder Video an redaktion.online@luzernerzeitung.ch Für besonders spektakuläre Bilder winkt ein Honarar.