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Ur-Ur-Enkelin des Gründers löst die letzte Sprengung beim Gletschergarten Luzern aus

Am Dienstag fand die letzte Sprengung für den neuen Tunnel-Erlebnisweg im Gletschergarten statt. Bei den Arbeiten stiessen die Mineure auf Zeugen längst vergangener Zeiten.

Stefan Dähler
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Ein weiterer Meilenstein ist erreicht: Am Dienstag fand um 10.15 Uhr im Luzerner Gletschergarten die letzte Sprengung für das Ausbauprojekt Fels statt. Ausgelöst wurde diese durch Flurina Egli, Ur-Ur-Enkelin des Gletschergarten-Gründers Josef Wilhelm Amrein-Troller und Anwohnerin des Museums. Damit sind die Sprengarbeiten nach 15 Monaten abgeschlossen, der Rohbau des neuen Fels-Erlebniswegs ist fertig. Hier Impressionen von der Sprengung und vom Innern des Felsen:

Flurina Egli, Ur-Ur-Enkelin des Gletschergarten-Gründers Josef Wilhelm Amrein-Troller, durfte die letzte Sprengung für den neuen Felsweg auslösen.
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Die Explosion war zu hören, aber nicht zu sehen. Der Eingang zum Felsweg wurde zur Sicherheit abgedeckt.
Chef-Mineur Roland Imfeld mit der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Tunnelbauer.
Nach der Sprengung durften Medienschaffende und Arbeiter den Felsweg betreten.
Franz Schenker, Stiftungsrat, Geologe und geistiger Vater des Projekts Fels.
Der Felsweg öffnet sich kurz vor dem Bergsee, wo sich auch der Verbindungsstollen nach oben zum Aussichtsturm befindet.
Der Bergsee wird eine der Attraktionen im Felsweg sein, der im Frühjahr 2021 eröffnet werden soll. Das Wasser dringt von oben in den Fels ein und sammelt sich an der tiefsten Stelle.
Und nochmals der Bergsee.
Gletschergarten-Direktor Andreas Burri.

Flurina Egli, Ur-Ur-Enkelin des Gletschergarten-Gründers Josef Wilhelm Amrein-Troller, durfte die letzte Sprengung für den neuen Felsweg auslösen.

Der Ausbruch des Sandstein-Felsen sei ohne Zwischenfälle erfolgt, sagt Gletschergarten-Direktor Andreas Burri. Man habe im Gestein einige interessante Zeitzeugen gefunden, zum Beispiel versteinerte Sandstrände, die davon zeugen, dass in Luzern einst tropisches Klima herrschte. Oder Katzengold, eine glänzende Kristallart, die aus Ablagerungen ehemaliger Lebewesen entstanden ist, finanziell jedoch keinen Wert hat. Inzwischen habe sich das Katzengold durch den Kontakt mit Wasser aufgelöst. «Als wir bei den Arbeiten etwas Glänzendes sahen, dachten wir zunächst, dass die Finanzierung nun definitiv gesichert ist», scherzte Burri.

Flurina Egli hat die Ehre die Sprengung auszuführen.

Flurina Egli hat die Ehre die Sprengung auszuführen.

Bild: Jakob Ineichen

Noch fehlt eine halbe Million Franken

In das Projekt Fels investiert der Gletschergarten rund 20 Millionen Franken, 0,5 Millionen davon sind noch nicht gesichert. Jeweils 3 Millionen steuern die Stadt und der Kanton Luzern bei, Letzterer via Lotteriefonds. Das Projekt umfasst den rund 40 Meter langen Felsweg inklusive eines Bergsees im Felsinnern, die Entfernung der Anbauten rund um das 1874 erstellte Schweizerhaus, die Vergrösserung der Gartenanlage sowie ein neues Ausstellungsgebäude hinter dem Schweizerhaus. Der Erlebnisweg wird durch einen 30 Meter tiefen Schacht inklusive Lift mit dem Aussichtsturm über dem Felsen verbunden. Hier sehen Sie einen Querschnitt der Anlage:

Bild: Visualisierung

Das Museum bleibt während der Arbeiten geöffnet, jedoch ist das Angebot stark reduziert. Derzeit ist nur das Naturdenkmal mit den Gletschertöpfen zugänglich. Die Verantwortlichen rechnen dadurch mit einem Besucherrückgang um 50 Prozent, weiter kostet der Eintritt während der Bauphase nur die Hälfte. Die Inbetriebnahme der neuen Anlagen erfolgt schrittweise: Im Mai 2020 gehen das Schweizerhaus mit neuem Bistro und der Spiegelgarten wieder auf. Die Eröffnung des Felswegs ist im Frühjahr 2021 vorgesehen. Als Letztes folgt voraussichtlich Ende 2021 das neue Ausstellungshaus.