Urknall eröffnet buntes Fasnachtstreiben

Mit dem traditionellen Urknall ist am Donnerstagmorgen die Luzerner Fasnacht eröffnet worden. Rund 13'000 Personen, 1000 mehr als im letzten Jahr, nahmen an der Tagwache der Safran-Zunft teil und feierten den Einzug der Fritschi-Familie in der Altstadt..

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Bruder Fritschi mit Anhang. (Bild: Eveline Beerkircher/Neue LZ)

Bruder Fritschi mit Anhang. (Bild: Eveline Beerkircher/Neue LZ)

Punkt fünf Uhr ging der Knall los. Nach dem Einzug von Bruder Fritschi und seiner Familie samt diesjährigem Fritschivater Karl Bucher ging der Fötzeliregen über dem Kapellplatz nieder. Rund 200 Kilo Telefonbücher wurden für die Fötzeli zerfetzt. Dann begann die Orangenschlacht. Seither bebt die Stadt unter dem Gedröhne der Guggenmusigen.

Trockenes Wetter und eine mit minus 2 Grad im Vergleich zum letzten Jahr mildere Temperatur begünstigte den Auftakt zur Fasnacht. 13 Extrazüge brachten die auswärtigen Fasnachtsliebhaber an die Reuss.

Nach Angaben der Polizei sind bis jetzt keine besonderen Vorkommnisse zu melden. Auch wurden nur vereinzelte alkoholisierte Jugendliche - in den letzten Jahren zuweilen ein gravierendes Problem - gesichtet. Das sei allerdings stets eine subjektive Einschätzung, ergänzte der Sprecher der Polizei.

Die «schönsten Tage» des Jahres

Bruder Fritschi mit Anhang. (Bild: Eveline Beerkircher/Neue LZ)

Bruder Fritschi mit Anhang. (Bild: Eveline Beerkircher/Neue LZ)

Für viele Luzerner sind damit die «schönsten Tage» des Jahres angebrochen. Am Morgen des Schmutzigen Donnerstag zeigten sie erste Kostproben ihrer Phantasie, wobei allerdings herkömmliche Sujets überwogen: Indianer und Cowboys, Piraten und Polizisten, Klosterfrauen und Bienen.

Auch Munchs «Schrei» erfreut sich in letzter Zeit wachsender Beliebtheit. Dagegen scheint ein anderes Motiv aus der neueren Kunstgeschichte, die Verkleidung als «Campbell's Tomato Soup», eine Konservendose, vorläufig ein Unikat zu sein.

Am Donnerstagnachmittag steht der Fritschi-Umzug auf dem Programm. Der Güdismontag in der nächsten Woche beginnt mit der Tagwache der Wey-Zunft, am Nachmittag folgt die zweite Auflage des Umzuges. Offiziell abgeschlossen wird die Fasnacht am Abend des Güdisdienstag mit dem Monsterkorso der Guggenmusigen.

Der Kapellplatz mit dem Fritschi-Brunnen. (Bild: Dave Schläpfer/Neue LZ)
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Auch der Narr geniesst den «Fötzeliregen». (Bild: Eveline Beerkircher/Neue LZ)
Die Freude bei Fritschivater Karl Bucher ist gross. (Bild: Eveline Beerkircher/Neue LZ)
An der Tagwache wurden traditionell Orangen verteilt. (Bild: Eveline Beerkircher/Neue LZ)
Bild: Keystone
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Die Fritschi-Familie fährt auf dem Seeweg in Richtung Landungsquai beim Schwanenplatz. (Bild: Eveline Beerkircher/Neue LZ)
Tausende Fasnächtler auf dem Kapellplatz. (Bild: Eveline Beerkircher/Neue LZ)
Bruder Fritschi mit Anhang. (Bild: Eveline Beerkircher/Neue LZ)
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Kurz vor 5 Uhr: Der Nauen mit der Fritschi-Familie steuert den Schwanenplatz an. (Bild: Tele 1)
Bild: Tele 1
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Sein grosser Tag: Fritschi-Vater Karl Bucher im Interview mit Tele1-Reporter Oliver Kuhn. (Bild: Tele 1)
Bestens gelaunt: Fritschi-Mutter Margaret Bucher freut sich auf den bevorstehenden Fasnachtstag. (Bild: Tele 1)
Bild: Tele 1
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Brüele! Narr Werner Ruckli waltet seines Amtes. (Bild: Tele 1)
Bruder Fritschi auf dem Weg zum Kapellplatz. (Bild: Tele 1)
Tausende erwarten den Fötzeliräge. (Bild: Tele 1)
Bruder Fritschi kam mit seiner Familie. (Bild: Tele 1)
Buntes Fasnachtstreiben auf dem Kapellplatz. (Bild: Tele 1)

Der Kapellplatz mit dem Fritschi-Brunnen. (Bild: Dave Schläpfer/Neue LZ)

Allein zu diesen Hauptanlässen werden in Luzern rund 100'000 Personen erwartet. Im vergangenen Jahr schätzte die Polizei die Gesamtbesucherzahl an den drei Fasnachtstagen auf 180'000 Personen.

Der Amtsschimmel wiehert

Der Stadtrat hat vor der Fasnacht mit diversen bürokratischen Ideen und Massnahmen - Fasnachtswagen-Vignette, Kontrollen gegen illegalen Ausschank, offizielle Verpflegungsstände, Depot für Verpflegung - für Schlagzeilen und Proteste gesorgt. Auf Druck der Öffentlichkeit und des Parlaments musste er teilweise wieder zurückkrebsen.

Nun hat der Stadtrat kurzfristig eine Online-Umfrage lanciert. Bis zum 20. März kann die Bevölkerung ihre Meinungen deponieren. Und obwohl die Umfrage nicht repräsentativ ist, wie der Stadtrat betont, sollen die Ergebnisse in die Planung der Fasnacht 2012 einfliessen.

Auch der Kanton besann sich auf seine Reglemente und verlangte in diesem Jahr für die amtliche Bewilligung des traditionellen Urknalls erstmals eine Gebühr.

sda