Urteil
Der Mann, der ohne Maske den Bahnhof Luzern passierte, wird frei gesprochen

Das Bezirksgericht Luzern begründet sein Urteil damit, dass zum Tatzeitpunkt keine kantonal verordnete Maskenpflicht im Bahnhof Luzern bestand. Die Verfahrenskosten trägt nun der Staat.

Sandra Monika Ziegler
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Bezirksgericht Luzern.

Bezirksgericht Luzern.

Bild: sam

Ein junger Mann hat sich letzte Woche vor dem Bezirksgericht Luzern mit Erfolg gegen eine Geldstrafe von 570 Franken gewehrt. Der 24-Jährige wollte an einem Nachmittag im vergangenen November kurz den Bahnhof passieren. Da er keine Maske bei sich hatte, krempelte er seinen Jackenkragen über Nase und Mund. Er wurde von der Transportpolizei angehalten und später zur Anzeige gebracht. Er erhielt eine Geldstrafe von 570 Franken, die er nicht akzeptierte.

Nun liegt das Urteil vor. Er wurde in beiden Punkten (Nichttragen der Maske und Widersetzen der Transportpolizei) freigesprochen. Das Bezirksgericht Luzern begründet den Freispruch damit, dass zum Tatzeitpunkt keine kantonal verordnete Maskenpflicht gegolten hat. Auch habe er sich nicht dem Sicherheitspersonal widersetzt. Denn, so schreibt das Gericht in seiner Kurzbegründung: «Um nicht weiter gegen die Maskenpflicht zu verstossen, hatte er die Alternativen, sich entweder eine Hygienemaske zu kaufen oder die Bahnhofhalle zu verlassen. Letzteres hat der Beschuldigte unmittelbar nach der Personenkontrolle unbestritten getan.» Die Verfahrenskosten von 1070 Franken gehen zu Lasten des Staates. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.