URTEIL: Kantonsgericht spricht 62-Jährigen der Drohung schuldig

Ein 62-Jähriger, der einer Sachbearbeiterin einer Vorsorgeeinrichtung gegenüber von Amok gesprochen hat, ist auch in zweiter Instanz der Drohung schuldig gesprochen worden. Das Luzerner Kantonsgericht verurteilte den Mann zu einer bedingten Geldstrafe von 10 Tagessätzen à 100 Franken. Die Probezeit beträgt zwei Jahre.

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Der verbale Vorfall ereignete sich, als eine Vorsorgeeinrichtung über den Beschuldigten den Konkurs eröffnen liess. Er hatte BVG-Beträge nicht bezahlt. Der Mann rief daraufhin die bei der Vorsorgeeinrichtung zuständige Sachbearbeiterin an und sagte ihr, dass er, wenn das mit dem Tilgungsplan nicht klappe, ja nur zwei Möglichkeiten habe: Entweder er laufe Amok oder bringe sich um.

Daraufhin stellte die Sachbearbeiterin, die Privatklägerin, Strafantrag wegen Drohung.

Wie aus dem am Montag publizierten Urteil hervor geht, machte der Beschuldigte vor Gericht vergeblich geltend, mit «Amok laufen» meine er nicht, er bringe jemanden um. Er meine bloss, er laufe, bis er seine innere Ruhe wieder finde, bis sein inneres Gleichgewicht wieder da sei.

«Amok» im Affekt gesagt

Auch vermochte er die Richter mit den Argumenten, er habe die Privatklägerin weder persönlich gekannt noch gewusst, wo sie wohne und er besitze auch keine Waffe, nicht zu überzeugen. Ebenso wenig mit dem Argument, dass er sich bloss im Affekt zu einer dummen Äusserung habe hinreissen lassen.

Nach Staatsanwaltschaft und Bezirksgericht sprach nun auch das Kantonsgericht den 62-Jährigen schuldig. Es hält fest, entscheidend sei allein, ob die Bedrohte die Verwirklichung des angedrohten Übels befürchte. Und nicht, ob der Drohende dazu überhaupt in der Lage sei.

Die Privatklägerin sei vorliegend tatsächlich in Angst und Schrecken versetzt worden. Damit sei der Tatbestand der schweren Drohung erfüllt, heisst es weiter. Das Urteil ist rechtskräftig. Es wurde nicht an das Bundesgericht weitergezogen.

sda