Urteil

Luzerner Bauer wegen Tierquälerei verurteilt

Während der Verteidiger einen Freispruch verlangte, bestätigte das Kantonsgericht das Urteil der Vorinstanz.

Sandra Monika Ziegler
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Der Bauer, der im Mai 2018 seine Katze vermähte und schwer verletzt liegen liess, wurde bereits erstinstanzlich im April 2020 wegen vorsätzlicher Tierquälerei durch Unterlassen zu einer unbedingten Geldbusse von 2100 Franken und Verfahrenskosten von 4550 Franken verurteilt. Der Beschuldigte legte Berufung ein und der Fall wurde im November 2020 auch am Luzerner Kantonsgericht verhandelt.

Dieses sieht im Verhalten des beschuldigten Bauern den Straftatbestand der versuchten Tierquälerei erfüllt. Das Luzerner Kantonsgericht verurteilt den 52-jährigen Bauer zu einer Geldstrafe von 1800 Franken. Die Verfahrenskosten werden mit knapp 7400 Franken angegeben. Das Urteil wird den Parteien in den nächsten Wochen schriftlich zugestellt. Der Bauer hat dann noch die Möglichkeit, das Urteil ans Bundesgericht weiterzuziehen.

Kantonsgericht lässt Vorsatz fallen

Am Gericht sagte der Beschuldigte immer wieder, dass er gar nicht bemerkt hätte, eine Katze vermäht zu haben – und schon gar nicht, dass es seine war. Er sieht sich zu Unrecht verurteilt: «Ich bin nicht skrupellos.» Und auch sein Verteidiger betonte in seinem Plädoyer, dass sein Mandant gar nicht wusste, dass er eine Katze vermäht hatte und schon gar nicht, dass es sich beim Tier um eine seiner eigenen Katzen gehandelt habe. «Weil er es nicht wusste, konnte er auch nicht vorsätzlich handeln. Er ist freizusprechen», so der Verteidiger.

Den Vorsatz sah die Vorinstanz in der Passivität des Bauern. So hätte er nach dem Vermähen der Katze mit «einem äusserst geringem Aufwand, nämlich mittels Vornahme eines Telefonats an den Veterinärdienst» das Leiden der Katze verkürzen können, wie das Kriminalgericht in seiner Urteilsbegründung festhält. Das Kantonsgericht sieht den Vorsatz nicht.

Bauer bereits einschlägig vorbestraft

Es fehle ihm an Reue. Zudem sei der Bauer wegen Tierquälerei bereits einschlägig vorbestraft und deswegen 2017 bedingt verurteilt worden. Trotzdem sei er aber innerhalb der damals verhängten, zweijährigen Probezeit rückfällig geworden, nämlich im Mai 2018.

Für den Zeugen, der am besagten Tag den Vorfall beobachtete und Anzeige erstattete, ist das Verhalten des Bauern «eine Schande für unseren Berufsstand», wie er anlässlich der Verhandlung vor Kantonsgericht zu Protokoll gab. Er glaubte dem Beschuldigten nicht, dass er nichts mitbekommen haben will. Für ihn waren die Schilderungen des Beschuldigten eine Kette von Ausreden. Der Zeuge bleibt dabei: «Ich habe auch schon eine Katze vermäht, das merkt man, das hört man.»