Urteil
Luzerner Kriminalgericht: Bedingte Strafe für Betrügerin

Eine junge Frau prellt gutgläubige Bekannte und kommt so zu über 125'000 Franken. Das Luzerner Kriminalgericht verurteilt sie zu 20 Monaten bedingt – es wurde Berufung eingelegt.

Sandra Monika Ziegler
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Mit Lügengeschichten über angeblich kranke Kinder oder die zu operierende Mutter hat eine damals arbeitslose Frau im Herbst 2014 und Sommer 2016 ihre Geldgeber getäuscht. Zwei Privatkläger wollen nun ihr Geld zurück. Mit Urteil vom 13. Januar 2021 wurde sie des mehrfachen Betrugs und der Urkundenfälschung für schuldig gesprochen: 20 Monate bedingt mit fünf Jahren Probezeit.

Dazu kommt eine bedingte Geldstrafe von 2700 Franken. Die Gerichts- und Verfahrenskosten von 12'000 Franken sowie eine Busse von 200 Franken müsste die Verurteilte zahlen. Gegen den Schuldspruch wurde Berufung eingelegt. Somit muss das Urteil erst noch schriftlich begründet werden, es ist noch nicht rechtskräftig.

Anerkennt Schulden und will zahlen

Die heute 33-jährige Schweizerin zeigte sich an der Verhandlung vor dem Luzerner Kriminalgericht reuig und versprach, ihre Schulden zu begleichen. Das wären dann gemäss Urteil einem 50 Jahre älteren Mann 55'000 Franken und einer ehemals guten Bekannten etwas mehr als 15'000 Franken. Die weiteren Geprellten werden mit ihren Forderungen auf den Zivilweg verwiesen.

Bereits an der Verhandlung fokussierte der Verteidiger der Beschuldigten die Opfermitverantwortung. Er kritisierte, wie «arglos und naiv» die Geldgeber gewesen seien. Das Luzerner Kriminalgericht wird dazu in der schriftlichen Urteilsbegründung Stellung nehmen.