Urteil
Mit Molotowcocktails eigene Bar in Adligenswil abgefackelt – es bleibt beim Landesverweis für den Wirt

Das Luzerner Kantonsgericht verurteilt einen Mann aus dem Iran wegen Brandstiftung. Es bestätigt damit das Verdikt der Vorinstanz.

Sandra Monika Ziegler
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Vor dem Luzerner Kriminalgericht hatte sich das Wirtepaar im März 2020 gegenseitig beschuldigt. Während der Mann seine damalige Partnerin als dominant und bestimmend beschrieb, beschuldigte sie ihn als Vergewaltiger sowie Bedroher und wollte von der Brandstiftung nichts wissen. Der Richter beendete die damalige Befragung mit dem Satz: «Einer von beiden lügt.» Das Gericht verurteilte das Paar zu mehreren Jahren Haft und verwies es des Landes.

Das Paar wollte sich mit ihrer Bar in Adligenswil einen Lebenstraum erfüllen, doch diese brachte nicht den gewünschten Umsatz. Die Rechnungen stapelten sich, sodass gewisse Lieferanten nur noch gegen Bargeld lieferten. Die Idee, die Bar abzufackeln, es als Vandalenakt aussehen zu lassen und später die Versicherungssumme zu kassieren, klappte nicht. Sie flogen auf, Branddetektive entdeckten die Brandstiftung, das Paar wurde verhaftet.

Verteidigung wollte mildere Strafe

Die Verteidigung wollte eine mildere Strafe und den Verzicht auf den Landesverweis. Im April 2020 wurde Berufung eingelegt, Anfang Juli wurde der Fall am Kantonsgericht neu verhandelt. Dieses hat nun sein Urteil veröffentlicht. Es bestätigt das Verdikt der Vorinstanz gegen den Mann: Haftstrafe von vier Jahren und acht Monaten, Landesverweis von zehn Jahren. Der Mann sitzt bereits über drei Jahre im Gefängnis. Das Urteil gegen ihn ist nicht rechtskräftig und kann ans Bundesgericht weitergezogen werden.

Im Gerichtssaal des Luzerner Kantonsgerichts wurde das Urteil der Vorinstanz bestätigt.

Im Gerichtssaal des Luzerner Kantonsgerichts wurde das Urteil der Vorinstanz bestätigt.

Nadia Schärli (Luzern, 28. Mai 2021)

Weil der Schuldspruch vom Kantonsgericht aufrechterhalten wurde, wird es für den Mann teuer. Ihm werden zur Haftstrafe gesamthaft über 70'000 Franken Gerichts- und Verfahrenskosten auferlegt.

Die ehemalige Partnerin wurde damals vom Kriminalgericht zu vier Jahren und sechs Monaten Haft und zehn Jahren Landesverweis verurteilt. Auch sie hatte Berufung eingelegt, diese jedoch zurückgezogen. Das Urteil des Kriminalgerichtes ist für die Frau somit rechtskräftig. Sie sitzt ihre Strafe ebenfalls bereits ab.

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