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Urteilsbegründung Bodumvilla: «Begehung von Straftat nicht gerechtfertigt»

Wegen Hausfriedensbruchs hat das Luzerner Bezirksgericht im vergangenen Juni die Journalistin Jana Avanzini verurteilt und eine Busse ausgesprochen. Jetzt liegt das begründete Urteil vor.
Die besetzte Villa an der Obergrundstrasse. (Bild: Pius Amrein, Luzern 11. April 2016)

Die besetzte Villa an der Obergrundstrasse. (Bild: Pius Amrein, Luzern 11. April 2016)

(hor) Gemäss dem begründeten Urteil hat die Journalistin nicht davon ausgehen können, dass die Liegenschaftsbesitzerin Bodum Invest AG den Aufenthalt von Avanzini in der sogenannten Bodumvilla an der Obergrundstrasse in Luzern dulde.

Die Medienfreiheit könne einen Rechtfertigungsgrund für strafbare Handlungen darstellen. «Das öffentliche Interesse auf Information über die Hausbesetzung wiege im vorliegenden Fall jedoch nicht derart schwer, dass dadurch die Begehung einer Straftat gerechtfertigt sei», heisst es in der Begründung weiter. «Zudem wäre die Informationsbeschaffung über die Besetzung ohne Betreten des Hauses möglich gewesen. Bei sorgfältiger Prüfung hätte die Journalistin erkennen können, dass das Betreten der Liegenschaft rechtswidrig gewesen sei.» Da ein vermeidbarer Verbotsirrtum vorliege, sei anstelle der Geldstrafe eine Busse auszusprechen.

Fall wurde an nächste Instanz weitergezogen

Das Urteil ist nicht rechtskräftig, da die Beschuldigte dagegen Berufung angemeldet hat (wir berichteten). Nun wird sich das Kantonsgericht mit dem Fall befassen. Avanzini war 2016 in der damals besetzten Bodumvilla, um eine Reportage fürs Onlineportal «Zentralplus» zu schreiben – und hatte danach eine Strafanzeige am Hals.

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