Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

UTENBERG: Kinderheim kämpft mit Platzproblemen

Die Kinder- und Jugendsiedlung Utenberg muss wegen Platzmangels Jugendliche abweisen. Der Kanton will das Angebot trotzdem nicht ausbauen.
Raphael Gutzwiller
Der Sozialdirektor Martin Merki. (Bild: Neue LZ/ Dominik Wunderli)

Der Sozialdirektor Martin Merki. (Bild: Neue LZ/ Dominik Wunderli)

Raphael Gutzwiller

Die Plätze im grössten Kinderheim der Stadt sind stark ausgelastet. Das zeigen neuste Zahlen zur Auslastung der Kinder- und Jugendsiedlung Utenberg (KJU). Insbesondere bei Angeboten für eine längere Zeitdauer steigt der Bedarf (siehe Tabelle).

Der städtische Sozialdirektor Martin Merki sagt auf Anfrage: «Schon länger ist die Nachfrage nach Plätzen in Heimen sehr hoch, nun gab es aber nochmals einen erneuten Schub.» Grund dafür sei das Gesamtpaket, das die KJU biete. Der Trend zeige, dass die Zusammenarbeit mit Eltern und Angehörigen immer wichtiger werde, sagt Merki. «Und die wird im Utenberg grossgeschrieben: Es gibt Unterstützung bei der beruflichen Integration, begleitetes Wohnen in der Stadt und auch ambulante Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Familien.»

Die Siedlung ist in drei Bereiche aufgeteilt. Es gibt eine Wohngruppe, in der 45 Kinder und Jugendliche leben. In der Wohnbegleitung Rank stehen sechs Plätze für junge Erwachsene nach dem Aufenthalt in einer Wohngruppe zur Verfügung. Zudem hat das Kinderheim eine Notaufnahme mit sieben Plätzen. Bei den Kindern und Jugendlichen handelt es sich um 5- bis 20-Jährige, die nicht in ihrer Familie aufwachsen können. Oft sind das Waisenkinder und Kinder mit familiären Problemen.

Ein Grund für die hohe Nachfrage sei auch die Zentrumsfunktion der Stadt Luzern, sagt Martin Merki. «Das Kinderheim Utenberg ist das grösste Heim im Kanton. Deshalb kommen auch viele aus anderen Gemeinden in die Stadt.» Der Sozialdirektor versteht die hohe Nachfrage aber auch als Lob. «Die Zahlen zeigen, dass bei der Kinder- und Jugendsiedlung Utenberg gute Arbeit geleistet wird.»

Notaufnahme mit Abweisungen

Zwar sind die Zahlen in der Notaufnahme sinkend, dennoch gibt es auch dort ein Platzproblem. 2013 war die Notaufnahme 98 Prozent ausgelastet, 2014 noch 90 Prozent. Bei voller Belegung mussten gemäss Martin Merki «einige wenige Absagen» erteilt werden. Besonders hoch sei die Auslastung der Notaufnahme in der Weihnachtszeit, erklärt der Sozialdirektor: «Feiertage wie Weihnachten sind leider häufig konfliktreiche Zeiten in belasteten Familien, was in der Folge häufig zu einer überbelegten Gruppensituation führt.»

Einzigartiges Kinderheim

Die KJU ist das einzige Kinderheim mit Notaufnahme im Kanton Luzern. Sie ist ein zeitlich befristetes Wohnangebot bis eine neue, längerfristige Lösung gefunden ist; zum Beispiel in einem Jugendheim oder bei Pflegeeltern.

Kinder und Jugendliche kommen oft bei Schwierigkeiten und Auseinandersetzungen mit ihren Eltern in die Notaufnahme. Sie sind gefährdet und benötigen Schutz, etwa vor Gewalt, Verwahrlosung oder sexuellem Missbrauch. Andere Kinder kommen in die Notaufnahme, wenn Eltern wegen eines Unfalls oder schwerer Krankheit nicht für das Kind sorgen können. Für die, die von der Jugendsiedlung nicht aufgenommen werden können, liegt es laut Merki an den Gemeinden, eine Lösung zu finden.

Weniger stationäre Plätze

Trotz der hohen Auslastung will der Kanton, der für die Finanzierung und die Anzahl Plätze zuständig ist, nicht ausbauen. Das bestätigt John Hodel, Leiter Soziale Einrichtungen des Kantons Luzern. «Es liegt kein akuter Mangel an Plätzen vor. Vielmehr ist es so, dass die Heime zu einem grossen Teil gut ausgelastet sind. Leere Räume will schliesslich auch niemand», sagt Hodel. Auch er spricht von saisonalen Unterschieden. «Gerade in der Weihnachtszeit oder rund um Schulferien ist die Nachfrage besonders hoch.» Wie will der Kanton das Problem denn in den Griff kriegen? «Durch ambulante, Familien unterstützende Massnahmen soll der Bedarf an stationären Platzierungen künftig gesenkt werden», sagt Hodel.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.