Utenberg und Safran – eine Liebesgeschichte

Die Safran-Zunft bescherte die Jugendsiedlung. Dabei bekam der Fritschivater gehörig sein Fett ab.

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Fritschivater Damian Hunkeler und seine Frau Daniela vor den Kindern und Jugendlichen der Jugendsiedlung Utenberg. Rechts: Safran-Zunftweibel Rudolf von Werdt. (Bild: Remo Naegeli / Neue LZ)

Fritschivater Damian Hunkeler und seine Frau Daniela vor den Kindern und Jugendlichen der Jugendsiedlung Utenberg. Rechts: Safran-Zunftweibel Rudolf von Werdt. (Bild: Remo Naegeli / Neue LZ)

Bescherungsfahrten gehören zur Fasnacht wie das Salz zur Rösti. Am Mittwoch war es in der Jugendsiedlung Utenberg wieder so weit. Die altehrwürdige Safran-Zunft kam – mit all ihren Würdenträgern samt Bruder Fritschi und Gefolge –, um jedem Kind und Jugendlichen einen Sack mit Kinogutschein und allerlei Leckereien zu schenken.

Kinder führten Theater auf

Die Freude war gross, aber nicht nur auf Seiten der Kinder und Jugendlichen. Denn auch die Zünftler wurden beschenkt – mit einem richtigen kleinen Theaterstück, das die Kinder und Jugendlichen selber kreiert hatten. Was für ein Spass, als darin Fritschivater Damian Hunkeler in der Klinik Gut in St. Moritz der Skifahrerin Lara Gut begegnet, die wie er einen Skiunfall hatte.

Auch die städtische Politik wurde von den Kindern und Jugendlichen tüchtig auf die Schippe genommen. Stapi Studer und Sozialdirektor Ruedi Meier traten im Stück nämlich ebenfalls auf, gespielt von zwei Buben. «Werom redsch so langsam?», fragte Studer Meier. «Wägem iigfroorne Budget», antwortete Meier. Alles werde in der Stadt jetzt deswegen ein Prozent langsamer gemacht.

Stadträte lachen über sich selber

Der Clou am Ganzen: Stadtpräsident Urs W. Studer, Sozialdirektor Ruedi Meier und Baudirektor Kurt Bieder waren am Mittwoch abend höchstpersönlich im Utenberg anwesend – und konnten sich so über ihre eigenen Karikaturen amüsieren. Die drei abtretenden Stadträte ihrerseits nahmen Fritschivater Damian Hunkeler tüchtig auf die Schippe. Er sei ein «Mann des Tempos», ob im Auto, im Boot oder in einem anderen Fahrzeug, und sie erinnerten an seinen Skeleton-Unfall, bei dem er «viel Tempo, aber wenig Kopf» bewiesen habe. Sie schenkten ihm deshalb einen Schutzengel. Und als Draufgabe – in Anspielung auf die aktuelle TV-Diskussion – zwei grosse Schwimmflossen, «damit du dem ‹Tatort›-Sumpf entfliehen kannst». Die Safran-Zunft hat bekanntlich dem Fernsehen einen Korb für die Dreharbeiten zu einem neuen «Tatort»-Krimi gegeben, da darin die Fasnacht verunglimpft werde.

Zuneigung und Respekt

Alles in allem ein Abend mit viel Action und Esprit. Dass die Safran-Zunft seit vielen Jahren immer wieder die Jugendsiedlung besucht, ist sicher kein Zufall. Gegenseitige Zuneigung und Respekt sind spürbar. Vielleicht ist dies fast schon eine Liebesgeschichte. Fritschivater Hunkeler bedankte sich bei den Kindern und Jugendlichen für «den grossen Aufwand und die liebevolle Präsentation» ihrer Darbietung. Die Zünftler werden bald schon in den Utenberg zurückkehren. Sie versprachen nämlich, diesen Frühling in Fronarbeit die Utenberg-Tiergehege und -Spielplätze zu verschönern.

Hugo Bischof