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VBL: Diebe bestehlen Busfahrer

Mit einer neuen Masche stehlen Diebe Münzkassen und Tablets. Dabei nutzen sie die Hilfsbereitschaft der Chauffeure aus.
Yves Portmann
Symbolbild Neue LZ / Pius Amrein

Symbolbild Neue LZ / Pius Amrein

Auf hinterhältige Art und Weise bestehlen Diebe Chauffeure der Verkehrsbetriebe Luzern (VBL). Dabei gehen die dreisten Täter wie folgt vor: Eine Person ausserhalb des Fahrzeugs lockt den Buschauffeur – beispielsweise mit einer Frage nach dem Weg – aus dem Bus. Während der ahnungslose Chauffeur dem Hilfesuchenden den richtigen Weg zeigt, macht sich in der Zwischenzeit ein Komplize zur Führerkabine auf und entwendet Wertgegenstände. Diese Vorgehensweise ist kein Einzelfall, wie VBL-Mediensprecher Christian Bertschi bestätigt: «In den letzten Wochen ist es zu über zehn solcher Vorfälle gekommen.»

Hilfsbereitschaft ausgenutzt

Besonders ärgerlich für die VBL und die betroffenen Chauffeure: Die Diebe nutzen die Hilfsbereitschaft der Buslenker aus. «Unsere Chauffeure wollen Gutes tun und den Menschen helfen und werden dafür bestraft», ärgert sich Bertschi. Es sei wichtig, dass die Chauffeure die Fahrgäste nicht nur sicher von A nach B bringen, sondern ihnen auch als Dienstleister bei Fragen zur Verfügung stehen. «Es ist nur schwer zu akzeptieren, das dieser Service-Gedanke schamlos ausgenutzt wird.» Die Diebe lassen bei ihren Beutezügen private Wertgegenstände wie Portemonnaies mitgehen, aber auch die Münzkassen oder Tablets, welche jedem VBL-Chauffeur für Betriebsinformationen oder das Abrufen von Dienstplänen zur Verfügung stehen. Bertschi geht aufgrund der ähnlichen Vorgehensweise davon aus, dass organisierte Banden die Diebstähle planen und durchführen. Betroffen von den Diebstählen seien nicht nur schwach frequentierte Kurse: «Selbst auf dem Bahnhofplatz, wo es viele Passanten und Passagiere hat, ist es zu einem solchen Diebstahl gekommen.»

Chauffeure haften selbst

Für die betroffenen Chauffeure kommt es aber noch schlimmer: Für die entwendeten Münzkassen oder Tablets müssen sie selber aufkommen. «Unsere internen Vorschriften besagen, dass die Münzkasse beim Verlassen des Führerstandes immer in ein Fach im Fahrzeug eingeschlossen werden muss», erklärt Christian Bertschi. In der Praxis sei dies aber aus Zeitgründen schwierig umzusetzen: «Wenn beispielsweise ein Rollstuhlfahrer in den Bus einsteigen will, steigt der Chauffeur aus und lässt die Rampe runter. Würde er jedes Mal zuerst die Kasse wegschliessen, kann dies zu einem Zeitverlust von mehreren Minuten führen.» Als Folge der Vorfälle seien die Busfahrer auf die neue Gefahr sensibilisiert worden. Grosse Hoffnung zur Aufklärung der Diebstahlreihe setzt der VBL-Mediensprecher in die Auswertung von Videomaterial aus den Bussen, welches der Polizei übergeben wurde. Urs Wigger, Mediensprecher der Luzerner Polizei, bestätigt auf Anfrage, dass die Polizei Kenntnisse von diesen Diebstählen hat. «Unsere Ermittlungen sind am Laufen», sagt Wigger.

Auch Fahrgäste betroffen

Auch Fahrgäste werden immer wieder Opfer von Diebstählen in VBL-Bussen. Die VBL warnen davor mit Durchsagen. «Die Durchsagen zu Diebstahlwarnungen werden sporadisch und schon seit einigen Jahren immer wieder eingespielt», sagt Christian Bertschi. Dies geschehe meist auf Anfrage der Polizei. Über die Anzahl und Art der Diebstähle können die VBL keine Angaben machen, da man darüber keine Statistik führe und die Diebstähle den VBL nicht gemeldet würden, so Bertschi. Denn: «Wenn Fahrgäste bestohlen werden, müssen sie bei der Polizei Anzeige erstatten», erklärt er.

Yves Portmann

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