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Velofahrer missachten Fahrverbot in Horw – zum Ärger der Anwohner

Seit der Eröffnung der Wegmatt-Unterführung in Horw hat der Veloverkehr in einer nahen, privaten Quartierstrasse stark zugenommen. Anwohner fürchten um die Sicherheit ihrer Kinder – und beschweren sich deshalb beim Gemeinderat.
Roman Hodel

Mit einem Fest wurde Anfang September die Velo- und Fussgänger-Unterführung Wegmatt in Horw eingeweiht. Sie führt unter der Zentralbahn hindurch und verbindet das Wegmatt-/Kuonimatt-Quartier mit dem Horwer Dorfzentrum (wir berichteten). Zur Freude vieler, denn seit der Schliessung zweier Bahnübergänge in der Nähe im April waren Umwege nötig. Allerdings hat dafür nun im Wegmattring der Veloverkehr laut Anwohnern seither stark zugenommen. Dies weil man auf der parallel zur Zentralbahn verlaufenden Quartierstrasse etwa aus der Kuonimatt so am schnellsten zur Wegmatt-Unterführung gelangt.

«Das war leider zu erwarten», sagt eine Anwohnerin. Sie ist nicht die Einzige, die nicht glücklich ist über die neue Situation. Eine junge Mutter fürchtet um die Sicherheit ihrer Kinder: «Gewisse Velofahrer fahren ziemlich schnell.» Dabei müssten sie korrekterweise absteigen und zu Fuss gehen – auf dem Wegmattring, einer Privatstrasse, gilt für Nicht-Anwohner ein Fahrverbot. Nur: Ausgeschildert ist dies erst am Ende der Strasse, wo der Fussweg beginnt, der zur Wegmatt-Unterführung führt.

(Bild: hor)

(Bild: hor)

Am Eingang des Wegmattrings weist ein Schild lediglich auf die Sackgasse hin:

(Bild: Nadia Schärli, Horw 30. September 2019)

(Bild: Nadia Schärli, Horw 30. September 2019)

Natürlich wissen Ortskundige, dass die Sackgasse für Fussgänger – und damit auch für Velos – keine ist. Das zeigt ein Augenschein vor Ort in der Woche vor den Herbstferien, am Feierabend zwischen 17 und 18 Uhr. Richtung Süden nutzen 14 Velofahrer in dieser Zeit die Strasse, Richtung Norden sechs. Keiner steigt ab und schiebt sein Rad. Am Wochenende ist es gemäss einem Anwohner am extremsten: «Ganze Familien fahren dann auf ihrem Sonntagsausflug durch unsere Strasse.»

Weil es so nicht weitergehen kann, haben sich Anwohner bei der Gemeinde Horw beschwert. Sie fordern ein Fahrverbot auch von der Unterführung her und entsprechende Markierungen am Boden. Ebenfalls aktiv geworden beim Gemeinderat ist die Strassengenossenschaft Wegmatttring. Deren Präsident Thomas Haas sagt:

«Auf dem Fussweg von der Unterführung zum Wegmattring muss die Abschrankung und das Fahrverbotsschild wieder montiert werden.»

Dies sei so mit der Gemeinde abgemacht gewesen. «Es ist sinnvoll, diese gleich am Ende der Rampe zu montieren.» Dass die Velofahrer den Fussweg trotz der Signalisation «Ende Radweg» befahren, ...

(Bild: hor)

(Bild: hor)

... wundert Thomas Haas nicht: «Die Gemeinde hat den Weg, der vormals nur gekiest war, asphaltiert und stark verbreitert – das macht ihn natürlich attraktiv zum Befahren.»

Der Horwer Bauvorsteher Thomas Zemp (CVP) bestätigt die Beschwerden: «Es gibt einerseits welche aus dem Quartier, aber eben auch welche von Velofahrern, die sich am Fahrverbot stören.» Die Gemeinde habe bereits reagiert und ein Fahrverbot bei der Unterführung montieren lassen. Zusätzlich plant sie nach den Herbstferien eine Zählung. «Ich will wissen, wie viele Velofahrer es wirklich sind, woher sie kommen, wohin sie fahren. Sind es vor allem Freizeitvelofahrer oder Pendler?» Auch aufgrund dieser Zahlen werde die Gemeinde allfällige weitere Massnahmen treffen. Man stehe in Kontakt mit der Strassengenossenschaft. Zemp:

«Der Gemeinderat kann sich allenfalls auch eine Gestaltung als Wohnstrasse oder Begegnungszone vorstellen.»

Gut möglich ist, dass der Veloverkehr auf dem Wegmattring ohnehin wieder abnehmen wird, dann wenn die Bahnübergänge doch wieder aufgehen sollten – hier jener an der Wegmattstrasse:

Das letzte Wort ist in diesem Fall noch nicht gesprochen, weil nach wie vor Beschwerden gegen die Schliessung der Übergänge hängig sind. Im November wird eine Begehung durch das Bundesverwaltungsgericht stattfinden.

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