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VELOROUTE: Das Napfgebiet soll Tausende E-Biker anlocken

Das E-Bike liegt weiter im Trend, jedes vierte verkaufte Velo ist eines mit Elektromotor. Davon könnte nun auch das Napfgebiet profitieren. Ab Frühling 2018 soll hier eine Herzschlaufe den Tourismus ankurbeln.
E-Bike-Fahrer im Napfgebiet. (Bild: PD)

E-Bike-Fahrer im Napfgebiet. (Bild: PD)

«Wir möchten eine Sinfonie der Landschaft komponieren.» So romantisch umschreibt Herzroute-Erfinder Paul Hasler das Projekt, das gegenwärtig rund um den Napf bearbeitet wird. Ab 2003 entstand die Herzroute, die heute vom Genfer- bis zum Bodensee führt und auf der die E-Biker die Schweiz in etwas höheren Regionen erkunden können. 2016 konzipierte die Herzroute AG eine erste zusätzliche regionale Schlaufe durch das Luzerner und Aargauer Seetal. Nun ist im Napfgebiet eine weitere Route geplant.

Konkret geht es um eine Strecke von rund 150 Kilometern und 4000 Höhenmetern, die in drei Tagesetappen aufgeteilt werden kann: von Willisau nach Lang nau (57 Kilometer), von Langnau nach Entlebuch (44 km) und von Entlebuch nach Willisau (53 km). An den Etappenorten findet sich jeweils eine E-Bike-Vermietung. «Der Napf ist ein uriges Stück Schweiz, das seinesgleichen sucht», sagt Hasler. Obwohl das Gebiet landesweit ein Begriff sei, hätten es nur wenige mit eigenen Augen gesehen. «Die Velorouten führen vornehmlich drumherum. Und das ist aus touristischer Sicht sicher nicht das Gelbe vom Ei.»

Dem Bauern beim Heuen zuschauen

Das soll sich nun ändern. Dank des E-Bikes findet der Naturliebhaber bequem in Höhenlagen, deren Bewältigung er mit einem normalen Velo gar nicht oder nur mit schweisstreibenden Anstrengungen schaffen könnte. «Wir sprechen hier von einer Velowanderroute, wir suchen einen sanften Tourismus», sagt Kurt Schär, Verwaltungsratspräsident der Herzroute AG mit Sitz in Burgdorf. «Die Leute sollen die Natur achten und beachten, sie sollen entschleunigen und geniessen. Der Bauer kann sich gewiss etwas ausgestellt vorkommen, wenn die Velofahrer anhalten und ihm ein paar Minuten beim Heuen zuschauen. Genau so kann aber ein wertvolles Verständnis für die Landwirtschaft geschaffen werden.» Kein Meter der Strecke sei dabei neu erstellt worden, man setze lediglich die Natur in Szene.

Zu den Partnern der Herzroute AG zählt neben verschiedenen Tourismusorganisationen, den Kantonen Luzern und Bern sowie Veloland Schweiz auch die Rent a Bike AG Willisau. Deren Geschäftsführer Stefan Maissen sagt: «Auf der Herzschlaufe Seetal haben wir im ersten Jahr 600 bis 700 E-Bikes vermietet, damit sind wir sehr zufrieden.» Für die Herzschlaufe Napf rechnet er sogar mit 1000 Vermietungen im ersten Jahr und mit rund 2500 in mittelfristiger Hinsicht. Fest steht: Das E-Bike ist auf dem Vormarsch, 2016 war fast jedes vierte in der Schweiz verkaufte Velo eines mit Elektromotor. «Velofahren ist das neue Golfen», sagt Patrick Bisch von Luzern Tourismus, während Schär zu berichten weiss, dass der Tourist auf dem E-Bike pro Tag doppelt so viel Geld ausgebe wie der herkömmliche: «Sie konsumieren mehr als nur einen halben Teller Spaghetti und ein Glas Hahnenwasser.» Dadurch könne die Wertschöpfung der Region erhöht werden. «Der Hofladen, das Besenbeizli, Restaurants und Hotels profitieren.»

Noch ist es allerdings nicht so weit. Insgesamt müssen neben den beiden Kantonen auch 19 Gemeinden und 72 Privateigentümer ins Boot geholt werden. «Alle sind informiert, die meisten Feedbacks sind positiv. Jene, die zögern, machen sich Sorgen um die Haftpflicht, wenn auf ihrem Grund etwas passieren sollte», erklärt Projektkoordinatorin Diana Fry. Bis im Herbst hofft sie auf die Bewilligungen der Kantone, um sich danach an die Planung der Beschilderung zu machen. Läuft alles nach Wunsch, wird die Herzschlaufe Napf im Frühling 2018 eröffnet. In einem zweiten Teilprojekt soll bis 2019 zudem die Bike-Arena Napfbergland entstehen. Vorerst wird das 600 000- Franken-Projekt wegen der Budgetprobleme des Kantons ohne die Gelder aus der Neuen Regionalpolitik vorangetrieben.

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

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