VELOROUTE: Schild um Schild entsteht die «Herzschlaufe Napf»

Rund um den Napf wird derzeit die «Herzschlaufe Napf» ausgeschildert. Peter Kunz und Res Schärer sorgen dafür, dass die Velofahrer ab dem 21. April auf dem richtigen Weg bleiben – und wissen, in welchem Kanton sie sich gerade befinden.

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Seit Wochen ist Peter Kunz (Bild) mit Res Schärer rund um den Napf unterwegs. Ihre Mission: An über 500 Standorten Schilder mit der Nummer 399 anbringen. (Bild: Pius Amrein (Entlebuch, 3. April 2018))

Seit Wochen ist Peter Kunz (Bild) mit Res Schärer rund um den Napf unterwegs. Ihre Mission: An über 500 Standorten Schilder mit der Nummer 399 anbringen. (Bild: Pius Amrein (Entlebuch, 3. April 2018))

Seit Anfang März kurven die beiden Berner Peter Kunz (75) und Res Schärer (76) mit ihrem Auto rund um den Napf, den mit 1406 Metern über Meer am höchsten gelegenen Aussichtspunkt zwischen Emmental und Entlebuch. «Die Wetterbedingungen im Napfbergland waren nicht immer optimal», sagt Peter Kunz. Während gestern die Sonne schien, war der März reich an Schneefall und Regen. «Das macht die Montagearbeiten nicht einfacher. Es ist etwa mühsam, Löcher zu graben, wenn es schneit.»

Diese Löcher sind aber ab und zu nötig, um die rund 500 Schilder mit der Aufschrift «Route 399» anzubringen. Dann nämlich, wenn sie nicht an eine bestehende Vorrichtung angebracht werden können. Die besagten Schilder markieren die «Herzschlaufe Napf» – einen Veloweg, der mit 155 Kilometern auf vorwiegend verkehrsarmen oder -freien Strassen verläuft. Er ist Teil der 800 Kilometer langen Herzroute, einem Radwanderweg, der vom Genfersee bis zum Bodensee führt.

Kantönligeist auch beim Ausschildern präsent

Am 21. April müssen die beiden Pensionäre ihre Arbeit abgeschlossen haben, dann wird der Rundkurs, der sich besonders an E-Biker richtet, im Rathaus Willisau feierlich eröffnet. «Wir sind auf gutem Weg dazu», beteuert Kunz. Im Moment arbeiten die beiden am 54 Kilometer langen, letzten Abschnitt, der von Entlebuch nach Willisau führt. Am Morgen wird das Material für die gesamte Etappe verladen, bevor nachmittags geschaufelt, geschraubt und montiert wird. Kunz und Schärer haben inzwischen Erfahrung: «Vor rund zehn Jahren bin ich dem Verein ’Freunde der Herzroute’ beigetreten», so Kunz, der auch im Vorstand des Vereins aktiv ist. Seit einem ersten Einsatz auf der Herzroute hat er auch geholfen, die «Herzschlaufe Seetal» auszuschildern. Und nun also die Herzschlaufe Napf. Inzwischen sei er Profi, fügt er mit einem Lachen an. «Wir müssen immer aufpassen, in welchem Kanton wir uns gerade befinden.» Denn zusätzlich zur Markierung der Route ist auf den Schildern jeweils auch ein Kantonswappen angebracht. «Die Luzerner sehen es nicht gerne, wenn sie als Berner bezeichnet werden, und umgekehrt», sagt er schmunzelnd. Den Napf hat Kunz mit dem Velo selbst noch nicht erkundet. «Auch wenn ich begeisterter Tourenfahrer bin, den Napf kannte ich bisher nur als Wandergebiet», sagt er. Von der Natur ist er begeistert. «Der Wechseln von Hügel – ‹Chrachen› wie wir in Bern sagen – und Tälern ist einfach genial.» Für diese Route würde Kunz auf das E-Bike steigen: «Mit meinem Tourenrad komme ich hier nicht durch.» Die Möglichkeit, in Willisau, Langnau oder Entlebuch ein E-Bike zu mieten, gehört denn auch zum Konzept der Planer.

Zu diesem gehört auch, nicht die Massen anzusprechen, sondern einen sanften Tourismus. Dass die Idee Anklang findet, habe man an den vielen positiven Reaktionen der Napfwanderer und -Biker ablesen können, die sich während der Arbeitseinsätze bei den Männern nach ihrem Tun erkundigt haben. Sobald sich Peter Kunz und Res Schärer via Romoos und Doppleschwand in wenigen Wochen bis nach Willisau durch den Schilderwald gekämpft haben, steht der letzte Schliff bevor: «Auf der Kontrollrunde werden Schilder angebracht, die einer speziellen Montage bedürfen. Schliesslich werden dann noch die Infotafeln aufgestellt.»

Urs-Ueli Schorno

ursueli.schorno@luzernerzeitung.ch

Peter Kunz (links) und Res Schärer montieren bei Oberwiden ein Schild der neuen «Herzschlaufe Napf». (Bild: Pius Amrein (Entlebuch, 3. April 2018))

Peter Kunz (links) und Res Schärer montieren bei Oberwiden ein Schild der neuen «Herzschlaufe Napf». (Bild: Pius Amrein (Entlebuch, 3. April 2018))

Fein säuberlich werden die Schilder zuerst auf dem Boden ausgelegt. (Bild: Pius Amrein (Entlebuch, 3. April 2018))

Fein säuberlich werden die Schilder zuerst auf dem Boden ausgelegt. (Bild: Pius Amrein (Entlebuch, 3. April 2018))