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VELOS: Neue unterirdische Parkplätze gefordert

Rund um den Bahnhof fehlt es an Abstellplätzen. Wohin mit all den Velos? Ein neuer Vorschlag: Sie sollen in die Taxihalle unter dem Bahnhofplatz.
Die Suche nach einem freien Veloabstellplatz am Bahnhof ist oft schwierig. Nun sollen Lösungen her. (Bild Dominik Wunderli)

Die Suche nach einem freien Veloabstellplatz am Bahnhof ist oft schwierig. Nun sollen Lösungen her. (Bild Dominik Wunderli)

Beatrice Vogel

Die Stadt Luzern hat ein Problem mit ihren Veloparkplätzen darüber sind sich alle einig. Aber wie löst man dieses Problem nachhaltig?

Die Stadt erarbeitet derzeit ein Veloparkierungskonzept. Ideen für eine Veränderung der Situation sind bereits vorhanden: Abgesehen davon, dass die Stadt mehr Abstellplätze schaffen will, überlegt sie sich, eine Bearbeitungsgebühr für das Verschieben falsch abgestellter Velos zu verlangen. Kurt Aeschlimann, Präsident Fussverkehr Region Luzern, schlägt ausserdem vor, das Parkieren von Velos am Bahnhof Luzern generell kostenpflichtig zu machen (Ausgabe von gestern).

«Gebühren wären kontraproduktiv»

Von dieser Idee hält Michael Töngi, Präsident des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS), Sektion Luzern, überhaupt nichts. «Das politische Ziel ist, dass mehr Leute auf das Velo umsteigen. Das Parkieren am Bahnhof gebührenpflichtig zu machen, wäre kontraproduktiv.» Auch eine Bearbeitungsgebühr für das Umparkieren von Velos löse das Platzproblem nicht, so Töngi. Als erzieherische Massnahme im Rahmen eines Gesamtkonzepts könne man aber darüber diskutieren. «Ich bin absolut der Meinung, dass es Ordnung braucht.»

Töngi findet, es brauche unbedingt mehr Veloparkplätze. Aber sie müssten dort geschaffen werden, wo sie genutzt werden. «Velofahrer wollen nicht weit laufen zum Bahnhof.» Deshalb müssten vor allem in Bereichen Abstellplätze geschaffen werden, die sich in guter Gehdistanz zum Bahnhof befinden. «Gerade für Leute, die aus Kriens oder Horw kommen, wären weitere Parkplätze im Bereich der Habsburgerstrasse sinnvoll. Von dort aus kann man direkt in die hintere Unterführung und zu den Gleisen laufen», so Töngi. Auch eine Velostation, die von der Zentralstrasse aus zugänglich ist, wäre «äusserst wünschenswert».

Keine zusätzliche Fläche für Velos

Anders sieht das Alex Mathis, Geschäftsführer des Touring Club Schweiz (TCS), Sektion Waldstätte: «Grundsätzlich sind wir dafür, dass die vorhandenen Veloparkplätze verdichtet und der Platz besser genutzt wird.» Sollte es nötig sein, mehr Fläche für Velos zur Verfügung zu stellen, dann möglichst unterirdisch beispielsweise in den bestehenden Parkhäusern rund um den Bahnhof, so Mathis. «Auf keinen Fall darf neue Veloparkfläche zu Lasten von Fussgängern und Autoparkplätzen gewonnen werden.» Neue Flächen für Velos zu reservieren, wäre aus Sicht des TCS nur im erweiterten Perimeter um den Bahnhof möglich. «Velofahrer dürfen durchaus ein paar Meter zu Fuss gehen.» Für die Abstellplätze am Bahnhof Geld zu verlangen, findet Mathis eine gute Idee. «Die Parkplätze am Bahnhof befinden sich an einer sehr begehrten und komfortablen Lage. Deren flächendeckende Bewirtschaftung ist eine Möglichkeit, die man ernsthaft prüfen darf.»

Barriere für Fussgänger

André Bachmann von der Interessengemeinschaft Wirtschaft und Mobilität Luzern (Wimolu) beurteilt die Veloparkierungssituation in Luzern ebenfalls kritisch: «Die Kapazität der Abstellplätze an wichtigen Zielorten ist knapp, es bilden sich grossflächige Ansammlungen von Velos, welche für Fussgänger nicht passierbare Barrieren darstellen, die Lage der Veloparkplätze ist teils nicht nutzerfreundlich etwa die Velostation –, und es gibt viele verschiedene Parkierungssysteme, die sich nicht alle bewährt haben.» Auch er findet, dass Velofahrer so nah wie möglich ans Ziel gelangen sollten.

Klare Worte findet Bachmann in Bezug auf das von der Stadt geplante Veloparkierungskonzept: «Die Stadt Luzern leistet sich einen Velobeauftragten. Ich gehe davon aus, dass die interessierten Organisationen frühzeitig bei der Erarbeitung eines Veloparkierungskonzeptes mit einbezogen werden und diese Arbeiten durch den Velobeauftragten professionell und koordiniert angegangen werden.» Er selbst macht folgende Vorschläge für das Konzept:

  • Die Anordnung der Veloparkflächen solltein Bezug auf Standort und Menge bedarfsorientiert sein.
  • Es sollen Lücken vorgesehen werden, sodass Fussgänger Zugang und Querungsmöglichkeiten haben, beispielsweise in der Bahnhofstrasse.
  • Um den Bahnhof sollten kostenpflichtige, dafür überwachte und gedeckte Veloparkplätzemit einem direkten Zugang zum Bahnhof realisiert werden.
  • Die P arkierungssysteme sollen vereinheitlicht werden .

Velostation besser nutzen

Einig sind sich alle Interessenvertreter, dass die Velostation, die beim Bahnhof auf der Seite des Uni-Gebäudes steht, besser ausgelastet werden muss. Die Situation am Bahnhof sei alles andere als ideal, sagt Michael Töngi. Ihm sei auch schon ein Zug fast davongefahren, weil er keinen Abstellplatz gefunden habe. Deshalb sei der Tunnel von der Zentralstrasse unter dem Bahnhof hindurch direkt zur Velostation dringend nötig. Gleicher Meinung ist André Bachmann: «Die Fahrt über den Bahnhofplatz ist vermutlich bereits ein Umweg und nicht ungefährlich.» Ideal wären Velo­stationen, die von der Zentralstrasse und der Bahnhofstrasse her zugänglich seien. Bachmann schlägt dafür die Taxihalle vor, die sich neben dem Bahnhofparkhaus unter dem Bahnhofplatz befindet: «Die Taxihalle wird ohnehin nicht als solche genutzt. Deshalb wäre eine Umfunktionierung zu prüfen.»

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