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Velostation beim Luzerner Bahnhof
wird bald gratis

1 Franken pro Tag ist zu viel: Das findet die Mehrheit des Luzerner Stadtparlaments. Das einzige kostenpflichtige Veloparking der Stadt Luzern soll gebührenfrei werden.
Robert Knobel
Die bewachte Velostation am Bahnhof Luzern wird von der Caritas im Auftrag der Stadt betrieben. (Bild: Nadia Schärli, 2. Juni 2017)

Die bewachte Velostation am Bahnhof Luzern wird von der Caritas im Auftrag der Stadt betrieben. (Bild: Nadia Schärli, 2. Juni 2017)

Die Velostation zwischen Bahnhof und Universität ist ein Sorgenkind der städtischen Verkehrspolitik. Denn die Auslastung ist mit 40 Prozent unbefriedigend. Über die Gründe mutmassen Politiker schon seit Längerem: Ist es einfach zu umständlich, dorthin zu gelangen - zumal Velofahrer den gefährlichen Bahnhofplatz überqueren müssen? Oder hat es mit den Gebühren zu tun, welche die Velostation erhebt?

Anders als auf gewöhnlichen Veloparkplätzen in der Stadt ist die Benutzung der Velostation nämlich nicht gratis. Sie kostet 1 Franken pro Tag, der Monatspass 15 Franken, der Jahrespass 156 Franken. Zumindest diese Hürde soll bald nicht mehr bestehen. So will es die Mehrheit des Luzerner Stadtparlaments. Sie hat ein entsprechendes Postulat von SP und Grünen überwiesen.

GLP: «Als Liberale sind wir gegen Gebühren»

Korintha Bärtsch (Grüne) sagte dazu: «Die Kosten sind ein grosses Hindernis. Die Höhe der Gebühr ist nicht einmal so entscheidend, sondern vielmehr, ob es kostet oder nicht.» Andras Özvegyi (GLP) sagte: «Als Liberale sind wir gegen unnötige Gebühren», mit einem Seitenhieb an die FDP. Dort sieht man die Sache nämlich anders. Fraktionschefin Sonja Döbeli rief in Erinnerung, dass man für sein Geld ja auch etwas erhalte, nämlich einen bewachten Parkplatz für sein Velo. «Dieser Service ist etwas wert, und den gilt es unbedingt aufrecht zu erhalten», so Sonja Döbeli.

SVP: «Verzweifelter Versuch»

Urs Zimmerman (SVP) bezeichnete die Abschaffung der Parkgebühren als «verzweifelten Versuch, die Velostation besser auszulasten - und dies auf Kosten der Steuerzahler.» Denn die Stadt muss die Caritas Luzern für die Einnahmenausfällen entschädigen, die dadurch entstehen. Das Hilfswerk betreibt die Velostation im Auftrag der Stadt. Es sei ganz einfach ein Gebot der Fairness, dass nicht nur Autofahrer fürs Parkieren zahlen, sondern auch Velofahrer.

Mirjam Fries (CVP) findet es auch aus strategischen Gründen falsch, die Gebühren bei der Velostation jetzt aufzuheben - dies vor dem Hintergrund des geplanten unterirdischen Veloparkings an der Bahnhofstrasse, welches ebenfalls kostenpflichtig sein könnte. Für Nico van der Heiden (SP) geht es hingegen auch um eine Lenkungswirkung:« Wir verlangen Geld für etwas, von dem wir weniger wollen - zum Beispiel Autoparkplätze, und wir subventionieren, was wir toll finden - also Langsamverkehr.»

Aufhebung der Gebühren vorerst als Test bis 2020

Der Stadtrat befürwortet eine Aufhebung der Gebühren in der Velostation. Die Massnahme soll vorerst versuchsweise ab Mitte 2019 und für das ganze Jahr 2020 umgesetzt werden. Danach läuft der Vertrag mit der Caritas aus. Für die Stadt entstehen zusätzliche Kosten von 30'000 Franken für 2019 und 60'000 Franken für 2020 – dieser Betrag entspricht den erwarteten Einnahmeausfällen. Mit der Aufhebung der Gebühren wolle man auch Erfahrungen sammeln, wie sich der Preis auf die Nutzung auswirkt. Dass die Velostation nun gratis wird, bedeutet gemäss Stadtrat nämlich nicht, dass dies auch bei künftigen Veloparking-Projekten der Fall sein wird.

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