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VELOWEG: EWL entschädigt Stadt für die Verzögerung

Der Veloweg auf dem ZB-Trassee hat ein Jahr Verspätung. Bei der GLP ärgert man sich. Für die Stadt schaut aber eine Entschädigung von fast 100 000 Franken heraus.
Robert Knobel
Auf dem ehemaligen Bahntrassee der Zentralbahn soll ein Veloweg entstehen. (Bild: Archiv Neue LZ)

Auf dem ehemaligen Bahntrassee der Zentralbahn soll ein Veloweg entstehen. (Bild: Archiv Neue LZ)

Die Meldung kam überraschend: Energie Wasser Luzern (EWL) zieht sich vom Fernwärme-Projekt zurück, das unter dem ehemaligen Trassee der Zentralbahn (ZB) hätte verwirklicht werden sollen (Ausgabe von gestern). Für die Stadt Luzern ist dies ärgerlich: Sie hatte nämlich Anfang Jahr extra ihre eigenen Pläne für einen Velo- und Gehweg auf dem ehemaligen Bahntrassee sistiert. Die Absicht dahinter: EWL sollte ein halbes Jahr Zeit erhalten, um das Fernwärmeprojekt zu konkretisieren, damit es anschliessend gleichzeitig mit dem Veloweg realisiert werden kann.

Eröffnung im Frühling 2017 geplant

Stadt und EWL wollten im Frühling 2016 mit dem Bau beginnen – ein Jahr später als für den Veloweg ursprünglich vorgesehen. Nach dem Rückzieher von EWL kommt nun wieder das ursprüngliche Projekt der Stadt zum Tragen. Die Verzögerung um ein Jahr bleibt aber bestehen. Die Stadt beginnt jetzt mit den Ausschreibungen für die Bauarbeiten – diese sollen im Frühling 2016 starten, um die Langsamverkehrsachse im Frühling 2017 eröffnen zu können.

Als EWL Anfang Jahr ihre Fernwärme-Idee präsentierte, stiess sie damit beim Stadtrat und den meisten Parteien auf offene Ohren. Einzig die GLP ärgerte sich, dass dadurch der Veloweg um ein weiteres Jahr verzögert wird. Die Partei reichte ein Postulat ein mit der Forderung, den Veloweg sofort zu bauen. Den Rückzieher von EWL habe man erwartet, sagt jetzt GLP-Gross­stadtrat Jules Gut: «Es war klar, dass ein halbes Jahr nicht reicht für Abklärungen in einem derart komplexen Bereich.» Dass der Stadtrat das ganze Projekt stoppte, sei nicht klug gewesen. Dies umso mehr, als die Anfrage von EWL nur wenige Tage vor der geplanten Ausschreibung der Bauarbeiten für den Veloweg erfolgt sei. «Wir vermissen da gegenüber der EWL schon etwas Leadership vonseiten des Stadtrats», sagt Gut.

Immerhin hat sich die Stadt gegenüber EWL rechtlich abgesichert. So hat diese sich vertraglich verpflichtet, die Stadt mit gegen 100 000 Franken für die einjährige Verzögerung zu entschädigen. Dieser Betrag wird auch dann fällig, wenn das Fernwärmeprojekt nicht realisiert wird. Insgesamt kostet die 2 Kilometer lange Langsamverkehrsachse 4,8 Millionen Franken.

Wieso kam EWL nicht früher?

Wäre die Stadt besser nicht auf die Anfrage von EWL eingegangen, um sich die Verzögerung zu ersparen? «Im Nachhinein ist man immer klüger», meint SP-Grossstadtrat Mario Stübi. Auch CVP-Grossstadtrat Albert Schwarzenbach findet: «Aus damaliger Sicht war es richtig, die Chance zu packen. Jetzt ist es halt, wie es ist.» Man könne sich fragen, weshalb EWL nicht früher auf die Idee mit den Fernwärmeleitungen gekommen ist – zumal das Bahntrassee schon seit 2012 brachliegt. Das fragt sich auch Mario Stübi: «Bei so langfristigen Projekten müssten Stadt und EWL besser und früher zusammenarbeiten.»

Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) sagt dazu: «Ich bedaure, dass EWL das riesige Potenzial und die ökologische Wichtigkeit der Seewasserwärmenutzung nicht etwas früher erkannt und planerisch angepackt hat.» Hinter dem Entscheid des Stadtrats, auf die Anfrage von EWL einzugehen, könne er aber weiterhin stehen, so Borgula. Dass EWL nun doch nicht so weit ist, sei schade – «dieses Risiko war dem Stadtrat aber bewusst.» Grünen-Fraktionschefin Korintha Bärtsch findet hingegen: «EWL hätte alles daran setzen müssen, um bis Mitte Jahr doch noch ein Projekt präsentieren zu können.» Für FDP-Grossstadtrat René Peter ist immerhin positiv, dass die Abklärungen noch vor Baubeginn des Velowegs gemacht wurden. «Sicher hätte niemand begriffen, wenn nach Eröffnung des Veloweges der Asphalt wieder aufgerissen worden wäre.» SVP-Fraktionschef Marcel Lingg findet die Verzögerung des Velowegs um ein Jahr nicht tragisch: «Schliesslich ist die Entwicklung in Luzern Süd ja auch längst noch nicht abgeschlossen.»

Projekt: Heizen mit Seewasser

Bei EWL hält man am geplanten Fernwärmeprojekt fest, wenn auch nicht übers Zentralbahn-Trassee. Konkret geht es um die Nutzung von Seewasser für die Beheizung von Gebäuden. Diese Vision wolle man weiterverfolgen, allerdings dauere die Konzeptarbeit etwas länger, teilt EWL mit. Bis Ende Jahr soll klar sein, wo und bis wann das Seewasserprojekt verwirklicht werden kann. Auch die Horwer Firma Seenergy AG plant, mit Seewasser Energie zu gewinnen (Ausgabe vom 3. Juli). Und auch die Seenergy interessierte sich für das ZB-Trassee, zog sich aber schon früher wieder zurück.

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