Veranstaltungsverbot wegen Corona-Virus trifft Luzerner Unternehmen empfindlich

Von den Auswirkungen des Corona-Virus bleiben auch Luzerner Firmen nicht verschont, die indirekt im Tourismus tätig sind. Immer mehr müssen Kurzarbeit anmelden.

Alexander von Däniken
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Die Epidemie hat den Kanton Luzern fest im Griff. Drei Personen sind infiziert, Dutzende in Quarantäne. Zu den Betroffenen gehören eine 16-jährige Kantischülerin und ein 45-jähriger Familienvater. Ihnen geht es gesundheitlich gut. Zum dritten Fall, den die Behörden am Freitagabend bekannt gaben, machten sie keine näheren Angaben.

Stark betroffen sind auch die Unternehmen. Die Firma Auviso mit Hauptsitz in Emmenbrücke ist auf Veranstaltungstechnik spezialisiert. Allein in der vergangenen Woche wurden Aufträge im Wert von rund einer Million Franken storniert, wie Geschäftsführer Martin Elmiger auf Anfrage sagt: «Am Montag haben wir einen Antrag um Kurzarbeit gestellt, seit Donnerstag haben wir die Bewilligung.»

Wie viele Angestellte betroffen sind, werde noch abgeklärt. Einerseits wird laut Elmiger versucht, Mitarbeiter temporär in Abteilungen zu beschäftigen, die weniger vom Veranstaltungsverbot betroffen sind. Andererseits würden mit den betroffenen Mitarbeitern Gespräche geführt. Elmiger hofft, dass der Bundesrat die Regeln bald wieder entschärft, «zumal die Grenze von 1000 Personen bei Veranstaltungen willkürlich ist».

«Eine so extreme Situation noch nie erlebt»

Vom Veranstaltungsverbot ist jeder Hotelbetrieb betroffen, sagt Conrad Meier. Er ist Verbandspräsident von Luzern Hotels. Die Schweizer Beherbergungs- und Tourismusbranche sei zwar erprobt im Umgang mit unerwarteten Ereignissen. «Eine so extreme Situation habe ich aber allerdings noch nie erlebt», sagt Meier. «Diverse Betriebe überlegen sich, Kurzarbeit zu beantragen oder haben sie schon Kurzarbeit beantragt.» Ein Betrieb, der die Folgen des Virus direkt spürt, ist das Hotel Schweizerhof Luzern.

Das Fünfsternehaus gab bereits bekannt, die beiden Konzerte mit Ronan Keating im KKL verschieben zu müssen. Nun gibt es auch bei den übrigen vier Konzerten des Retro-Festivals Planänderungen. Das Konzert von Katrina am 19. März wird abgesagt. Die Karten werden vollumfänglich zurückerstattet. Voraussichtlich auf die nächste Festivalausgabe vom 9. bis 13. März 2021 verschoben werden die diesjährigen Konzerte von John Parr am 18. März, California Surf Incorporated am 20. März und Don Felder am 21. März. Hier behalten die Tickets ihre Gültigkeit.

Damals war noch alles gut: Ziemlich genau vor einem Jahr ist Kunz im Hotel Schweizerhof aufgetreten.

Damals war noch alles gut: Ziemlich genau vor einem Jahr ist Kunz im Hotel Schweizerhof aufgetreten.

Bild: Roger Grütter, 3. März 2020

Laut Inhaber Mike Hauser hat das Hotel den Entscheid selbst gefällt – auch wenn die Konzerte nach heutigem Stand hätten durchgeführt werden können. «Es ging uns um die Verantwortung gegenüber den Künstlern und Besuchern», so Hauser. Die finanziellen Folgen würden sich in Grenzen halten, da die meisten Künstler nächstes Jahr kommen würden und so auch die Gagen erst dann bezahlt werden. Weil auch die meisten Tickets gültig bleiben, gleiche sich das praktisch aus.

Heime raten von Besuchen ab, Spital schränkt sie ein

Bekanntlich zählen ältere Menschen betreffend Corona-Virus zur Risikogruppe. Die Heime Kriens empfehlen deshalb, «nach Möglichkeit auf Besuche zu verzichten», wie aus einer Meldung auf der Website hervorgeht. Besonders bei Grippesymptomen sollte von Besuchen «dringend» abgesehen werden. Auch das Luzerner Kantonsspital will die Ansteckungsrisiken seiner Patienten minimieren, wie es am Freitag mitteilte.

Die Besucherfrequenzen an den drei Standorten Luzern, Sursee und Wolhusen werden bis auf weiteres wie folgt eingeschränkt: Zugelassen sind nur noch zwei Besucher pro Patient und Tag, Besuchern mit Husten, Schnupfen oder Fieber wird der Eintritt nicht gewährt, Besuche durch Kinder sind nur in Ausnahmefällen möglich, bei älteren Patienten werden nur zwingend notwendige Besuche erlaubt und im Kinderspital sind Eltern ohne Symptome willkommen, Geschwister und andere Personen sollen auf einen Besuch verzichten.