VEREIDIGUNG: Frühere Pflegefachfrau ist jetzt eine von 14 neuen Polizisten

Angela Bänziger (26) aus Ebikon hat die Ausbildung zur Polizistin absolviert. Ein Erlebnis bleibt ihr besonders in Erinnerung.

Susanne Balli
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Die Neu-Polizistin Angela Bänziger (26) ist nun auf dem Polizeiposten Emmen im Einsatz. (Bild Dominik Wunderli)

Die Neu-Polizistin Angela Bänziger (26) ist nun auf dem Polizeiposten Emmen im Einsatz. (Bild Dominik Wunderli)

Die Vorsteherin des Justiz- und Sicherheitsdepartements Yvonne Schärli-Gerig hat den Kommandanten, zwei Kaderleute und zwei Polizistinnen und zwölf Polizisten der Luzerner Polizei vereidigt.
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Polizeikommandant Adi Achermann legt den Eid ab. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Die Zwillingsbrüder Lars (links) und Sven Reinhard. Beide haben schon gemeinsam eine Zimmermannlehre absolviert und haben nun gemeinsam die Polizeischule absolviert. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Lars Reinhard zwischen seinen Polizeikollegen (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Lars Reinhard bei der Vereidigung. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Polizei Vereidigung (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Polizei Vereidigung (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Polizei Vereidigung (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Die 14 neuen Polizistinnen und Polizisten im Kanton Luzern (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Polizei Vereidigung (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Vereidigung der Luzerner Polizei im Chorherrenstift in Beromünster (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Polizei Vereidigung (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Eine Frau hält die Vereidigung fest (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Polizei Vereidigung (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Polizei Vereidigung (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Die Vorsteherin des Justiz- und Sicherheitsdepartements Yvonne Schärli-Gerig hat den Kommandanten, zwei Kaderleute und zwei Polizistinnen und zwölf Polizisten der Luzerner Polizei vereidigt.

Ein grosser Moment für Angela Bänziger (26). Die Ebikonerin legte gestern im Chorherrenstift St. Michael in Beromünster ihren Amtsschwur ab und wurde zusammen mit 13 weiteren Polizistinnen und Polizisten von Regierungsrätin Yvonne Schärli vereidigt (siehe Hinweis). Zudem legte auch der im Mai definitiv eingesetzte Kommandant Adi Achermann (50) seinen Amtseid ab.

Für Angela Bänziger ging ein lange gehegter Berufswunsch in Erfüllung. «Bereits während der Schulzeit habe ich mich für den Polizeiberuf interessiert. Ich war fasziniert, als damals ein Polizist in unsere Schulklasse kam, der mit Freude von seinem Beruf erzählte.»

Zehnmonatige Ausbildung

Zunächst entschied sich Angela Bänziger für die Lehre als Fachfrau Gesundheit. Denn für die Polizeiausbildung ist eine bereits abgeschlossene Berufslehre oder eine gleichwertige Ausbildung erforderlich. «Anschliessend absolvierte ich die Ausbildung zur diplomierten Pflegefachfrau und arbeitete auch zwei Jahre in diesem Beruf», erzählt sie. Doch die grosse Begeisterung wollte sich nicht einstellen. «Es war einfach nicht ganz das, was ich machen wollte. Da habe ich mich an meinen ursprünglichen Berufswunsch erinnert, der immer in meinem Hinterkopf herumgeisterte.» So war die Freude gross, als sie das strenge Rekrutierungsverfahren (siehe Box) bestand.

Es folgten eine zehnmonatige Ausbildung und ein Praktikum. Mit der bestandenen Prüfung erhielt sie den eidgenössischen Berufsausweis. Nun absolviert die Jung-Polizistin eine eineinhalb Jahre dauernde, korpsinterne Generalisten-Grundausbildung bei der Sicherheitspolizei Land auf dem Polizeiposten Emmen. Während dieser Zeit erhält sie auch vertiefte Einblicke in diverse Fachbereiche.

In der Polizeischule fand Angela Bänziger die grosse Bandbreite der Ausbildung spannend. Dazu gehörten neben der Theorie unter anderem auch Selbstverteidigung, Sport und Schiessen. Zudem haben die angehenden Polizisten sogenannte Leitfälle durchgespielt, in der Situationen aus dem Polizeialltag praktisch geübt wurden. Die praktische Ausbildung fand Bänziger denn auch besonders interessant. «Meinen ersten richtigen Einsatz werde ich nie vergessen. Wir mussten wegen häuslicher Gewalt ausrücken. Die betroffene Frau hatte schlimme Verletzungen und musste ins Spital gebracht werden», erzählt sie. Bei der Betreuung der Frau sei ihr sicherlich ihre Berufserfahrung als Pflegefachfrau nützlich gewesen.

Parallelen zum Pflegeberuf

Sowieso sieht Angela Bänziger diverse Parallelen zu ihrem ersten Beruf. Zum Beispiel den engen Kontakt zu den Menschen aus allen Bevölkerungs- und Bildungsschichten, aber auch die Konfrontation mit unterschiedlichen Schicksalen. «Natürlich habe ich Respekt vor schwierigen Situationen, die auch zum Polizeiberuf gehören. Doch ich lasse das auf mich zukommen», sagt die junge Frau. Wenn nötig, gibt es für die Polizisten interne Betreuungsangebote.

Einen wichtigen Ausgleich zum Job findet Angela Bänziger im Sport. «Ich jogge regelmässig in einer Gruppe und bewege mich gerne draussen in der Natur. Körperlich fit zu bleiben, das ist zudem auch für den Beruf wichtig.»

HINWEIS

Die neuen Polizistinnen und Polizisten: Angela Bänziger, Ebikon; Manuel Birrer, Luzern; Olivia Gamma, Muhen; Stefan Guallini, Alpnach Dorf; Christoph Hüsler, Rickenbach; Marco Jägle, Staufen; Raphael Ley, Oftringen; Jonas Maurer, Luzern; Silvan Reich, Kriens; Lars Reinhard, Horw; Sven Reinhard, Hochdorf; Christian Stadelmann, Ebikon; Silvan Steinmann, Gettnau; Nils Wey, Luzern.– Kader: Adi Achermann, Rothenburg (als Kommandant); Bernhard Aregger, Doppelschwand (als Oberleutnant); Martin Kurmann, Wolhusen (als Adjutant).

Maximal 35-jährig

Das Auswahlverfahren zur Rekrutierung von neuen Polizistinnen und Polizisten nimmt fünf bis sechs Monate in Anspruch. Kandidaten müssen unter anderem folgende Kriterien erfüllen: abgeschlossene Berufslehre, einwandfreier Leumund, Schweizer Bürgerrecht, 22 bis 35 Jahre alt, Mindestgrösse 1,60 m, physische und psychische Belastbarkeit (weitere Infos: www.polizei.lu.ch).