Der Hirschpark Luzern soll von der Stadt finanziell unterstützt werden

Der Verein Freunde des Hirschparks Luzern wünscht sich von der Stadt Hilfeleistungen für den Park. Finanziell befindet er sich aber nicht in einer Notlage.

Fabienne Mühlemann
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Der Hirschpark in der Stadt Luzern (Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. Oktober 2015)

Der Hirschpark in der Stadt Luzern (Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. Oktober 2015)

Der Hirschpark Luzern beim Kantonsspital soll von der Stadt finanziell unterstützt werden. Der Verein Freunde des Hirschparks hat dazu einen Bevölkerungsantrag mit rund 600 Unterschriften eingereicht – 400 mehr als benötigt. Er fordert, dass der Betrieb des Hirschparks langfristig gesichert wird. Wie viel Geld der Verein von der Stadt verlangt, habe er mit Absicht nicht genau formuliert, sagt Präsidentin Anita Weingartner. «Unsere Meinung ist, dass sich die Stadt etwas überlegen muss und mit uns in Kontakt treten soll. Die Stadt kann selber aushandeln, was sie dem Hirschpark zahlen will.»

Der Verein will künftig ausserdem mehr Schulklassen in den Park locken, da er im Bereich Bildung ein grosses Potenzial für Schüler sieht. «Wir können Führungen im Hirschpark aus wirtschaftlichen Gründen nicht gratis anbieten. Viele Schulklassen kommen daher nicht in den Hirschpark, da ihr Budget nicht reicht», sagt Weingartner. Deshalb will der Verein von der Stadt wissen, wie sie naturnahen tierkundlichen Unterricht in der Volksschule fördern will.

65 000 Franken jährlich für den Betrieb

Würde sich die Stadt am über 400-jährigen Hirschpark finanziell beteiligen, befände man sich wieder in der Situation wie vor dem Jahr 2006. Damals hatte das Luzerner Stadtparlament beschlossen, dass die Stadt den Park nicht mehr mit einem jährlichen Betrag von 20 000 Franken unterstützt. Daraufhin haben sich diverse Leute zusammengetan und den Verein Freunde des Hirschparks Luzern gegründet. Seit dem Jahr 2008 ist der Verein für den Unterhalt der Hirschparks zuständig.

Der Betrieb kostet jährlich 65 000 Franken. Den Betrag muss der Verein selber stemmen. Das Geld kommt von Mitgliederbeiträgen, Gönnerschaften und verschiedenen Aktionen. «Für einen einzelnen Verein ist das eine grosse Last», so Weingartner.

Keine finanziellen Probleme

Der Verein hat rund 500 Mitglieder und etliche Gönner. «Wir befinden uns in keiner finanziellen Notlage und haben ein kleines Vereinsvermögen angehäuft», sagt Weingartner. Gerade deshalb sieht sie jetzt den richtigen Zeitpunkt, um mit der Stadt in Verhandlungen zu treten. Falls der Bevölkerungsantrag abgelehnt wird, würden Weingartner und ihr Verein weiter für den Hirschpark kämpfen. «Die Situation wäre die gleiche, wie wir sie jetzt haben. Wir kämen uns von der Stadt aber ausgenutzt vor.»

Der Bevölkerungsantrag wird am Mittwoch um 10 Uhr an den Stellvertretenden Stadtschreiber Daniel Egli übergeben. Die Stadt äusserte sich usanzgemäss noch nicht dazu.